Tuesday, January 10, 2023

Arif Tasdelen: Bayerischer SPD-Generalsekretär tritt zurück

DER SPIEGEL Arif Tasdelen: Bayerischer SPD-Generalsekretär tritt zurück Artikel von Timo Lehmann • Vor 4 Std. Er soll sich gegenüber jungen Frauen unangemessen verhalten haben. Nun zieht sich der bayerische SPD-Generalsekretär Arif Tasdelen, Hauptorganisator des Landtagswahlkampfs, von seinem Amt zurück. In der bayerischen SPD beginnt das Landtagswahljahr mit einem Rücktritt. Der Generalsekretär Arif Tasdelen hat mit einem Schreiben seinen Rückzug vollzogen. »Seit Monaten sehe ich mich mit Vorwürfen und Gerüchten über meine Kommunikation innerhalb der Partei sowie mit öffentlichen Vorverurteilungen konfrontiert«, schrieb Tasdelen. »Diese Situation ist für meine Familie und mich zu belastend geworden.« Trotz vieler ermutigender Zuschriften und Gespräche habe er sich dazu entschieden, sein Amt als Generalsekretär »und damit als Hauptorganisator des Wahlkampfs« zur Verfügung zu stellen. »Ich möchte meiner Partei helfen, ohne Ablenkungen in dieses so wichtige Landtagswahljahr zu starten.« In Bayern wird im Oktober der Landtag neu gewählt. Zuletzt war bekannt geworden, dass Tasdelen beim eigenen Parteinachwuchs – den Jusos – unerwünscht ist. Tasdelen soll sich gegenüber jungen Frauen unangemessen verhalten haben, berichtete die »Süddeutsche Zeitung« unter Berufung auf Juso-Landeschef Kilian Maier. Es geht demnach um aufdringliche Fragen nach Handynummern, Kontaktversuche durch Kurznachrichten oder bei Social Media, die von Frauen als problematisch wahrgenommen wurden. Strafrechtlich relevant ist demnach wohl keine der Anschuldigungen, hieß es. Aufdringlich nach Handynummern gefragt In einem Fall soll Tasdelen aufdringlich nach der Handynummer einer jungen SPD-Kandidatin gefragt haben. Laut »Süddeutscher Zeitung« reagierte Tasdelen nicht selbst auf eine Anfrage zu den Vorwürfen. Stattdessen erklärte seine Rechtsanwältin, Tasdelen sei vor dem Juso-Beschluss nicht angehört worden und »sehr bestürzt« darüber. Ihm seien keine Details zu den Vorwürfen genannt worden. Die Anwältin schrieb demnach, dass etwa Tasdelens Frage nach einer Handynummer »ausschließlich einen beruflichen Hintergrund« gehabt habe. Es gehe zudem nicht um mehr als zwei Fälle. Maier sagt hingegen, dass es um mehr als zwei Fälle gehe.