Thursday, December 1, 2022

Corona-Proteste: Wie Chinas Kommunistische Partei das Volk verlor

Frankfurter Allgemeine Zeitung Corona-Proteste: Wie Chinas Kommunistische Partei das Volk verlor Artikel von Hendrik Ankenbrand • Gestern um 21:15 | 60 Abgeschirmt: Polizeipatrouille in Schanghais Nobeladresse Wulumuqi Road. Sie ist nach der Hauptstadt der Provinz Xinjiang benannt. Die Wulumuqi Lu, die drei Kilometer lang durch Schanghai führt, ist eine der schönsten Straßen Chinas. Für die Staatsführung ist sie schwierig. In ihrem Norden arbeiten im Huashan-Krankenhaus die besten Ärzte des Landes. Zhang Wenhong etwa, einer der Anführer von Chinas frühem Kampf gegen die Pandemie. Wie viele Schanghaier hat der Leiter der Abteilung für Infektionskrankheiten allerdings ein loses Mundwerk. Mitte vergangenen Jahres geriet Zhang landesweit in die Kritik, weil er gesagt hatte, die Welt müsse lernen, mit dem Virus zu leben. Das war zwar wissenschaftlich richtig, widersprach aber der Null-Covid-Politik von Staatsführer Xi Jinping. Prompt wurden Plagiatsvorwürfe gegen den Schanghaier Doktor laut. In ihrer Mitte ist die Wulumuqi Lu gesäumt von noblen Apartmentblocks voller Expats, die für viel Geld mieten, und reicher Chinesen, die den Wohnraum ihr Eigen nennen. Als Schanghai im Frühjahr zwei Monate im Lockdown war, durchbrach die internationale Gemeinschaft des Nachts das verschlossene Tor und lieferte sich auf der Wulumuqi Lu für Stunden ein Stelldichein mit einer Heerschar Polizisten. Im Süden der Straße bewacht eine kleine Armee von Soldaten und Sicherheitsbeamten die Tür des amerikanischen Generalkonsulats vor Fluchtversuchen in Ungnade gefallener Kader ins Exil. Und ein wenig weiter die Straße hinunter, einmal rechts und nach zehn Minuten Fußmarsch ein zweites Mal, steht allerlei Wachpersonal vor der Gasse mit dem Haus des am Mittwoch verstorbenen früheren Präsidenten Jiang Zemin. Dass am Wochenende in der Wulumuqi Lu Tausende Menschen gegen Chinas Null-Covid-Politik demonstriert haben, hat nur zum Teil mit dem Straßennamen zu tun, der von der Hauptstadt der nordwestlichen Region Xinjiang entliehen ist. Dort waren zehn Menschen in einem Hochhausbrand umgekommen, weil die Feuerwehr die Lockdown-Hürden nicht schnell genug überwinden konnte. In Schanghai forderten die Protestierer nicht nur das Ende der Lockdowns, sondern gleich auch das der kommunistischen Diktatur. Deren heutiger Führer scheint mit seinen Ideen kaum anderswo im Land so weit von dem Leben der Menschen wie hier. Während Xi Jinping für Abschottung steht, hat Jiang das Land geöffnet. Weil sein Tod die Menschen abermals auf die Straße treiben könnte, steht seit Mittwoch nun noch mehr Polizei auf der Wulumuqi Lu. Gegenmodell zu Xi „Wir nannten ihn ‚Kröte‘“, sagt die 28 Jahre alte Yi, die in Wirklichkeit anders heißt, am Sonntag bei den Protesten dabei war und wie so viele junge Chinesen in den vergangenen Jahren Jiang als Kultfigur entdeckt hatte. Die Spleenigkeit, die Sprüche, die Lust am offenen Schlagabtausch – in alldem sehen viele Chinesen ein Gegenmodell zu Xi. Zwar konnte auch Jiang durchgreifen. Doch unter dem Reformer, der mit seinem breiten Lächeln im amerikanischen Fernsehen auf Englisch über Diktatur und Freiheit diskutierte, erblühte die Privatwirtschaft. Nach dem Beitritt zur Welthandelsorganisation stieg China zur ökonomischen Supermacht auf, an der kein westlicher Industriestaat mehr vorbeikam. Für Yi, die Journalistin werden will, droht all das unter der Herrschaft Xi Jinpings verloren zu gehen: die Neugier auf die Welt außerhalb der Landesgrenzen, der Wille, aus Fehlern zu lernen, und der Glaube, dass der morgige Tag ein besserer wird. Für Yi wird es seit Beginn der Pandemie stetig schlechter. Anfangs habe die Marketingagentur, für die sie neben dem Studium gearbeitet hatte, ihr noch 20 Prozent ihres Gehalts gezahlt, anstatt sie zu entlassen, als wegen der Lockdowns die Wirtschaft stillstand. Mittlerweile ist der Job ganz weg. Dass die Jugendarbeitslosigkeit vom Höchststand im Juli mit fast 20 Prozent um 2 Punkte gefallen sein soll, kann Yi kaum glauben. Auch für Jüngere gebe es keine Stellen. „Unsere Mieten zahlen die Eltern.“ Bald wieder militärisches Training Oft wurde behauptet, Chinas Partei habe nach dem Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 einen Vertrag mit dem Volk geschlossen: Ihr lasst uns die Macht, wir machen euch reich. Doch das sei nicht die Vorstellung von Xi Jinping, ist der Schanghaier Desmond Shum überzeugt, der als Unternehmer mit Chinas Machthabern um die Welt flog und heute im Exil in England lebt. Bei der Null-Covid-Politik des Staatschefs gehe es nicht um Covid, sondern um Xis Überzeugung, er müsse das Volk „disziplinieren“. Die Proteste dürften ihn darin noch bestärken, weshalb Studenten bald wieder ein Jahr militärisches Training vorgeschrieben werden könnte wie damals nach dem Tiananmen-Massaker, vielleicht auch den Schülern im Land. Die Frage ist, wann die Kommunistische Partei die Menschen in Schanghai verloren hat. Die Tennisspieler in dem eine kurze Fahrt von der Wulumuqi Lu entfernten Privatclub etwa haben schon früher nichts davon gehalten, dass Xi erfolgreiche Konzerne wie Alibaba, Tencent oder Ant Financial ins Fadenkreuz genommen hat, weil die Unternehmer sich nicht seiner Kontrolle unterwerfen wollten. Am Sonntagmittag sitzen die Sportler zusammen und planen, nach der Partie auf der Wulumuqi Lu zu protestieren. Seit die Wirtschaft durch die Dauerlockdowns am Boden liegt, seien ihre Arbeitsplätze in Banken und Fonds im Finanzviertel in Pudong in Gefahr: „Wir arbeiten wie die Tiere, um nicht entlassen zu werden.“ Die 26 Jahre alte Rachel sorgt sich weniger um ihr bescheidenes Gehalt, das sie als PR-Angestellte eines deutschen Unternehmens bezieht. Bis vor Kurzem fühlte sie sich in China äußerst wohl. Nach dem Studium in Australien war sie froh, wieder zu den Eltern nach Schanghai zu ziehen. Während der Pandemie nicht ins Ausland reisen zu dürfen warf sie nicht um: „Strände und Berge haben wir hier auch.“ An China hat sie geschätzt, dass sie sich den Kaffee 15 Etagen hoch ins Büro liefern lassen konnte; die Demokratiebewegung in Hongkong sah sie kritisch. Zensierte Bilder von der WM Erste Zweifel an der Redlichkeit der Regierenden kamen auf, als Rachel im Frühjahr zwei Monate lang mit ihrem Vater eingeschlossen in ihrer Wohnung saß, weil der eine Stunde vor Beginn des Lockdowns der Wohnanlage auf Besuch gewesen war. Die Mutter harrte die nächsten zweieinhalb Monate allein im elterlichen Zuhause aus. Die Eltern sind im Nachbarschaftskomitee aktiv, der untersten Gliederung der Partei. Die Tochter hat im Frühjahr selbst einen weißen Schutzanzug angezogen und bei den täglichen Massentests der Nachbarn geholfen. Rachel wollte, dass es vorangeht, damit der Vater seinen Verdienstausfall als Vertreter kompensieren kann. Ein halbes Jahr später sieht sie Tempo nur bei der Fußballweltmeisterschaft und dort auch nur auf dem Platz. Dass das chinesische Staatsfernsehen die Bilder der jubelnden maskenlosen Zuschauer in den Stadien zensiert, damit die Zuschauer in China nicht merken, dass es tatsächlich ein Leben mit dem Virus gibt, hat sich bei Rachels Freunden längst herumgesprochen. „Und hier reden wir über den nächsten Lockdown.“ Yi sagt, ihren echten Namen in der Zeitung zu lesen mache ihr nichts aus. Den Einwand, dass dies zu ihrem eigenen Schutz nicht passieren werde, registriert sie schon gar nicht mehr. „Ich bin eine stolze Chinesin“, sagt sie und fügt hinzu: „Und zum Stolz gehört, gegen diese Regierung zu sein.“

Wednesday, November 30, 2022

Mehrwertsteuerkarussell: EU-Ermittler enttarnen weitrecheindes Netzwerk

DER SPIEGEL Mehrwertsteuerkarussell: EU-Ermittler enttarnen weitrecheindes Netzwerk Artikel von David Böcking • Gestern um 14:08 Die Spur begann in Portugal und führte bis nach Asien: EU-Ermittler melden die Zerschlagung des bislang größten Netzwerks von Mehrwertsteuerbetrug. Rund 9000 Firmen sollen daran beteiligt gewesen sein. EU-Behörden haben nach eigenen Angaben einen komplexen internationalen Steuerbetrug über geschätzt 2,2 Milliarden Euro aufgedeckt. Beim »vermutlich größten jemals in der EU ermittelten Mehrwertsteuerbetrug« seien Hunderte Menschen in 26 der 27 Mitgliedstaaten beteiligt gewesen, teilte die Europäische Staatsanwaltschaft (Eppo) in Luxemburg mit. Das System habe »auf dem Verkauf beliebter elektronischer Waren basiert«. Dabei wurden Geräte online verkauft und gleichzeitig von den nationalen Behörden Mehrwertsteuer-Rückerstattungen eingefordert. In 14 Ländern – Belgien, Zypern, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Ungarn, Italien, Litauen, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, Rumänien, der Slowakei und Spanien – gab es am Dienstag mehr als 200 Durchsuchungen. Mitte Oktober hatte es bereits Durchsuchungen in sechs Ländern gegeben, darunter Tschechien und Schweden. Das Netzwerk soll bis nach Albanien, China, Singapur, Mauritius, Serbien, in die Türkei und Schweiz sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate und die USA gereicht haben. Die Eppo, der 22 der 27 EU-Mitgliedstaaten angehören, ist für Betrugsfälle zuständig, die den Haushalt der Union betreffen. Sie hatte die Ermittlungen vor eineinhalb Jahren aufgenommen, nachdem portugiesische Behörden sie kontaktiert hatten. Dabei ging es um eine Firma in der portugiesischen Stadt Coimbra, die Handys und andere elektronische Geräte verkaufte und wegen Mehrwertsteuerbetrugs verdächtigt wurde. Eppo, Europol und nationale Behörden stießen den Angaben zufolge auf ein weit verzweigtes Betrugssystem mit etwa 9000 beteiligten Unternehmen. Diese Kette umfasste Unternehmen, die als Lieferanten von Elektronikgeräten fungierten – und andere, die diese Geräte online verkauften und gleichzeitig von den nationalen Behörden Mehrwertsteuerrückerstattungen einforderten, bevor sie diese Einnahmen ins Ausland weiterleiteten und verschwanden. Neben der ungerechtfertigen Erstattung ist auch die Hinterziehung von Mehrwertsteuer durch Händler auf Online-Plattformen wie Amazon oder Ebay ein verbreitetes Phänomen. Mittlerweile wurde die Haftung der Plattform-Betreiber allerdings verschärft.

„Debakel für Chinas Militär“ - Spannungen um Taiwan nehmen zu: Droht ein weiterer großer Krieg?

FOCUS online Profil anzeigen „Debakel für Chinas Militär“ - Spannungen um Taiwan nehmen zu: Droht ein weiterer großer Krieg? Artikel von dpa • Vor 37 Min. Der russische Einmarsch in der Ukraine weckt Befürchtungen, dass China ähnlich Taiwan erobern wollte. Drohungen und Militärmanöver lassen Schlimmes befürchten. Ist eine Eskalation zwischen den Atommächten USA und China unausweichlich? Hat Russland die Unterstützung von Chinas Präsident Xi Jinping verloren? Kay Nietfeld/dpa Der Konflikt um Taiwan verschärft sich. Nach der russischen Invasion in der Ukraine wächst die Sorge vor einem weiteren großen Krieg, in dem diesmal die zwei Atommächte China und USA direkt aufeinanderstoßen könnten. Diplomaten in Peking fürchten, dass es eher früher als später dazu kommen könnte. Hohe US-Militärs sehen einen Angriff Chinas auf die Insel 130 Kilometer vor dem chinesischen Festland bislang noch als viel zu riskant für Peking an. Doch wie China, die USA und Taiwan seit Jahrzehnten mit ihren Differenzen umgehen, passt immer weniger zur Realität - das Risiko für eine Konfrontation zwischen den großen Mächten steigt. „Beide Länder befinden sich in einem eskalierenden Schlagabtausch von provokativen militärischen und diplomatischen Aktionen rund um Taiwan - und in beiden Hauptstädten wächst das Gefühl, dass ein Krieg um Taiwan unvermeidlich sein könnte“, warnte etwa das Politik-Magazin „The Nation“. Das Pentagon geht davon aus, dass China weiterhin den militärischen Druck erhöhen werde, um Taiwan zur Wiedervereinigung zu zwingen. US-Präsident Joe Biden sagte militärische Unterstützung für Taiwan bereits zu Der schwelende Streit um die kleine Inselrepublik hat sich gefährlich hochgeschaukelt. Seitdem US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi als höchstrangigste Amerikanerin seit Jahrzehnten im August nach Taiwan reiste, hält China mit Flugzeugen und Kriegsschiffen seinen Druck aufrecht. US-Präsident Joe Biden sagte im Falle eines chinesischen Angriffs militärische Unterstützung auch durch US-Truppen zu. Eigentlich galt hier bisher die sogenannte strategische Zweideutigkeit, mit denen die USA genau diese Frage offen lassen wollten. Um die Verwirrung - bewusst? - perfekt zu machen, ruderte das Weiße Haus wieder zurück und versuchte, Bidens Aussagen einzufangen: An der China-Politik der USA habe sich nichts geändert. Offenbar um die Gemüter abzukühlen, gab sich Biden jüngst überzeugt, dass die Drohgebärden Chinas zumindest nicht auf einen „unmittelbar bevorstehenden“ Versuch zur Invasion Taiwans hindeuteten. Am Rande des G20-Gipfels auf der indonesischen Insel Bali traf sich der US-Präsident mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Es war das erste persönliche Treffen seit Bidens Amtsantritt vor knapp zwei Jahren. Die Beziehungen sind auf einem Tiefpunkt, auch wegen Taiwan. „Washington, Taipeh und Peking müssen einen neuen Weg der Koexistenz finden“ Das Treffen brachte immerhin die Gespräche wieder in Gang. Als erster soll US-Außenminister Antony Blinken das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Er will Anfang des Jahres nach China reisen. Auch trafen sich US-Verteidigungsminister Lloyd Austin und sein Kollege Wei Fenghe am Rande des Asean-Gipfels in Kambodscha. Taiwan sei eine „rote Linie“, warnte ihn der chinesische Top-General. „Washington, Taipeh und Peking müssen einen neuen Weg der Koexistenz finden, bei dem die jeweiligen grundlegenden Interessen gewahrt bleiben, aber weitergehende Bestrebungen gebremst werden können“, schrieb der Taiwan-Experte Michael Mazza im Magazin „Foreign Policy“. Auf diesem Weg werde es „Provokationen“ und einige „haarsträubende Momente“ geben. Doch müssten US-Politiker dabei darauf verzichten, die Beziehungen dafür zu nutzen, Peking zu knüppeln und dem Drang widerstehen, Xi Jinpings Ansehen im eigenen Land zu untergraben. „Ein-China-Politik“ Unbeirrt beschwört China die „Ein-China-Politik“. Nach dieser Doktrin gibt es nur ein China, und Peking ist die einzig legitime Regierung. Taiwan agiert längst unabhängig, erfüllt völkerrechtlich alle Voraussetzungen als eigene Nation. Doch Peking würde nach eigenem Bekunden eine formelle Abspaltung zum Anlass nehmen, um zu „nicht friedlichen Mitteln“ zu greifen. Das Gleiche gilt, wenn alle friedlichen Möglichkeiten zur „Wiedervereinigung“ ausgeschöpft seien. Zu diesen Schlüssen könnte Chinas Führung jederzeit kommen. Deutschland unterstützt Taiwan immer wieder gegen Angriffe Chinas. Nun bedankte sich Tsai Ing-wen, Präsidentin von Taiwan, für den Schulterschluss. Die „Ein-China-Politik“ habe ausgedient, sie sei ein Produkt des Kalten Krieges, ist Mazza überzeugt. „Wenn nicht alle drei Parteien akzeptieren, dass eine neue Regelung sowohl notwendig als auch durchführbar ist, kann es zur Katastrophe kommen.“ Als Grundlage für eine Annäherung diente Taiwan und China lange der vage „Konsens von 1992“. Er bot Spielraum, weil beide Seiten damit anerkannten, dass es nur ein China gibt, aber akzeptieren, dass sie verschiedene Vorstellungen davon haben. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen will davon aber nichts mehr wissen - auch weil es altes, chinesisches Denken repräsentiert. Taiwaner sehen sich nicht als Chinesen Jede gewählte Regierung in Taipeh muss Rücksicht darauf nehmen, dass die 23 Millionen Taiwaner heute eine andere Identität haben. Nur noch 2,4 Prozent sehen sich als Chinesen. Zwei Drittel fühlen sich als Taiwaner. Weniger als 7 Prozent wollen überhaupt eine „Vereinigung“ (1994: 20 Prozent). Aus Pekings Sicht wäre ein Verzicht auf die Insel eine Gefahr, denn dann wäre es durch die Inselketten US-Verbündeter vollends umzingelt. Mit einer erfolgreichen Invasion könnte die aufstrebende Großmacht China sich das Tor zum Pazifik öffnen und die USA herausfordern. „Taiwan Relations Act“ sichert Hilfe von der USA Schon lange haben die USA die Insel mit Waffen versorgt. Bei der Aufnahme diplomatischer Beziehungen 1979 zu China verpflichteten sich die USA mit einem eigenen Gesetz, für Taiwans Verteidigung zu sorgen. Der „Taiwan Relations Act“ sichert zu, dass die USA „immer an der Seite Taiwans stehen“. Eine gewaltsame Einnahme würde die Region destabilisieren und dem ähneln, was in der Ukraine passiert sei, begründete Biden nun auch seine Zusage zu militärischer Hilfe. Zumindest öffentlich sieht das US-Militär es als unwahrscheinlich an, dass China in absehbarer Zeit Fakten schafft. US-Stabschef Mark Milley hält eine Invasion der hoch gerüsteten, dicht bevölkerten und bergigen Insel für eine „sehr schwierige Operation“. Dafür ist die - nicht kampferprobte - Volksbefreiungsarmee aus seiner Sicht nicht vorbereitet: „Ich denke, es wird einige Zeit dauern, bis die Chinesen die militärischen Fähigkeiten haben und bereit sind, es zu tun.“ Mark Milley, Generalstabschef der USA, bei einer Konferenz zum Ukraine-Krieg. Boris Roessler/dpa Wenn Xi Jinping Kosten, Nutzen und Risiken abwäge, würde er zu dem Schluss kommen, dass ein Angriff auf Taiwan „ein übermäßiges Risiko“ darstellen und in einem „Debakel für Chinas Militär“ enden würde, sagte Milley. „Es würde ihren chinesischen Traum umwerfen, die Nummer eins als militärische und wirtschaftliche Macht zu sein.“ Ein geopolitischer und strategischer Fehler - ähnlich wie der, den Russlands Präsident Wladimir Putin begangen habe, sagte Milley: „Es gibt viele Lektionen aus dem Krieg in der Ukraine zu lernen.“

EU-Kommission rüstet im Brexit-Streit auf

EU-Kommission rüstet im Brexit-Streit auf © T - Online Die EU-Kommission kann bei den Brexit-Verhandlungen härter gegen Großbritannien vorgehen. Sie wird dafür mehr Rechte bekommen. Die Europäische Kommission bekommt mehr Rechte, um im Brexit-Streit Maßnahmen gegen Großbritannien einzuführen. Dies soll dazu beitragen, dass sich London an ausgehandelte Abkommen hält, wie die EU-Staaten gestern Abend mitteilten. Zu möglichen Maßnahmen zählen Einschränkungen für Flüge sowie Handels- und Investitionsbeschränkungen. Zuvor hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Länder auf die Ermächtigung geeinigt. Sowohl das Parlament als auch die Mitgliedsstaaten müssen das Verhandlungsergebnis noch formell bestätigen. Konkret darf die Kommission dann sogenannte Durchführungsrechtsakte erlassen, um Strafen einzuführen. Diese müssten aber stets verhältnismäßig sein und das Vereinigte Königreich wirksam dazu veranlassen, Abkommen einzuhalten, heißt es in der Mitteilung der EU-Staaten. Austritt hat Auswirkungen auf Produktivität und Preise Seit dem Austritt Großbritanniens aus der EU liegen Brüssel und London im Clinch. Immer wieder drohte die britische Regierung damit, ausgehandelte Abkommen aufzukündigen. Gleichzeitig spürt London die negativen Auswirkungen des EU-Austritts. Die britische Zentralbank hat zum Beispiel weitreichende Folgen des Brexits für den Arbeitsmarkt und die Inflation im Vereinigten Königreich eingeräumt. Der britische EU-Austritt habe den Handel zwischen Großbritannien und der EU reduziert, was sich wiederum auf Arbeit, Produktivität und Preise ausgewirkt habe, sagte der Chefökonom der Bank of England, Huw Pill, am Mittwoch. Es sei schwieriger geworden, Waren aus der EU nach Großbritannien zu importieren. Dies habe zu geringerem Wettbewerb und mehr Preissetzungsmacht der Unternehmen geführt. "Das hat sich wahrscheinlich als etwas inflationär erwiesen", sagte Pill bei einer Veranstaltung des Rechnungslegungsverbands ICAEW.

Prozess gegen Schauspieler Danny Masterson endet ergebnislos

Prozess gegen Schauspieler Danny Masterson endet ergebnislos Artikel von dpa • Vor 10 Min. Der wegen Vergewaltigungsvorwürfen geführte Strafprozess gegen US-Schauspieler Danny Masterson (46, «Die wilden Siebziger») ist ergebnislos zu Ende gegangen. Nach übereinstimmenden Medienberichten konnten sich die zwölf Geschworenen in Los Angeles trotz tagelanger Beratungen nicht auf ein Urteil einigen. US-Schauspieler Danny Masterson bei einer Veranstaltung in Los Angeles. Die Richterin habe daraufhin ein sogenanntes Fehlverfahren («Mistrial») festgestellt, berichteten die «Los Angeles Times» und der «Hollywood Reporter». Nun könnte das Verfahren in einem weiteren Prozess neu aufgerollt werden. Drei Frauen hatten dem Schauspieler Missbrauch und Vergewaltigung vorgeworfen. Die angeblichen Vorfälle sollen sich in den Jahren 2001 und 2003 in Mastersons Haus in Hollywood ereignet haben. Er wies die Vorwürfe zurück und gab an, alle sexuellen Handlungen seien einvernehmlich gewesen. Im Falle eines Schuldspruchs hätte Masterson eine drastische, womöglich gar lebenslange Haftstrafe gedroht. Der Schauspieler sagte in dem Prozess selbst nicht aus. Masterson ist seit 2011 mit der Schauspielerin Bijou Phillips verheiratet. Das Paar hat eine Tochter. Der Schauspieler war mit der Comedyserie «Die wilden Siebziger» bekannt geworden, in der er von 1998 bis 2006 den stets Sonnenbrille tragenden Steven Hyde spielte.

Rekordwinter in Deutschland: Neue Wetter-Prognose schockt Experten

männersache Rekordwinter in Deutschland: Neue Wetter-Prognose schockt Experten Artikel von maennersache • Gestern um 10:39 Wetter-Experten schlagen Alarm: Ein extremer Winter könnte den Deutschen bevorstehen. Das ist aber anders gemeint, als es wahrscheinlich verstanden wird. Beiderseits des Atlantiks herrscht bei den Wetterfröschen gerade zu gleichen Teilen Einigkeiten hinsichtlich der Winterprognose als auch Besorgnis über eben diese. Denn es steht Europa und damit auch den Deutschen ein echter Rekordwinter bevor. Was heißt das? Gibt es massenhaft Schneefall, werden Blizzards den Kontinent heimsuchen und das bei mindestens -20 Grad? Nein, weit gefehlt. Es geht um das genaue Gegenteil, wie merkur.de berichtet. Alle Vorhersagen lauten gleich Sowohl die Analyse des europäischen Wettermodells ECMWF als auch die des US-amerikanischen Pendants NOAA sagen einen deutlich zu milden Winter voraus. Mit möglichen 2 Grad durchschnittlicher Temperaturabweichung nach oben droht der wärmste und auch trockenste Winter seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Bereits der Oktober und November 2022 waren zu warm und dieser Trend soll mindestens bis Februar 2023 anhalten, Kaltlufteinbrüche berechnen die Expertmodelle immer weiter nach hinten, wenn sie denn überhaupt erfolgen. Norddeutschland besonders betroffen Besonders stark wird der Winter in Norddeutschland abweichen, wo er sogar um bis zu drei Grad zu warm ausfallen könnte. Auch Regen wird es deutlich zu wenig geben, sodaß sich ein diesbezügliches Defizit bis ins Frühjahr ausdehnen könnte. Ganz ausgeschlossen sind die typischen Attribute, die wir alle mit dem Wort Winter verbinden aber dennoch nicht: Auch ein vergleichsweise milder oder eben auch ein Rekord-Winter kann zwischendurch Tage mit Kälte und Schnee beinhalten. Nur sind diese eben nicht von Dauer.

Royals und Rassismus: Ex-Antiterror-Chef bestätigt »ekelhafte und sehr reale Drohungen« gegen Meghan

DER SPIEGEL Royals und Rassismus: Ex-Antiterror-Chef bestätigt »ekelhafte und sehr reale Drohungen« gegen Meghan Artikel von Annette Langer • Gestern um 14:50 Prinz Harry und seine Frau Meghan klagen seit Langem über rassistische Untertöne in Großbritannien. Jetzt sagt ein ehemaliger Antiterrorbeauftragter: Es gab Todesdrohungen gegen die Herzogin. Royals und Rassismus: Ex-Antiterror-Chef bestätigt »ekelhafte und sehr reale Drohungen« gegen Meghan Herzogin Meghan hat nach Angaben des früheren Londoner Antiterror-Chefs Neil Basu während ihrer Zeit in Großbritannien Todesdrohungen erhalten. Es habe »ekelhafte und sehr reale« Drohungen gegen die Frau von Prinz Harry gegeben. Das sagte Basu in einem am Dienstagabend ausgestrahlten Gespräch mit dem Sender Channel 4. Als Leiter der Antiterror-Abteilung der Londoner Polizei sei er mit ernst zu nehmenden Drohungen von Rechtsextremisten gegen Meghan Markle und ihren Ehemann Prinz Harry befasst gewesen, sagte Basu. »Wir hatten Teams, die das untersucht haben. Die Leute wurden für diese Drohungen strafrechtlich verfolgt.« Der 54-Jährige, dessen Vater aus Indien stammt, ist der höchste Polizeivertreter Großbritanniens mit nicht-britischen Wurzeln. Nach 30 Jahren als Polizist scheidet er nun aus dem Dienst. Basus Äußerungen scheinen die Sicherheitsbedenken Harrys zu untermauern. Der jüngste Sohn von König Charles III. ist gegen die Entscheidung des britischen Innenministeriums vor Gericht gezogen, ihm und seiner Familie bei Besuchen in seiner Heimat keinen Polizeischutz mehr zu gewähren. Das Ministerium lehnte auch Harrys Angebot ab, den Polizeischutz selbst zu bezahlen. Der 38-jährige Prinz und seine 41-jährige Frau hatten sich im April 2020 von ihren royalen Pflichten zurückgezogen und leben nun mit ihren beiden kleinen Kindern in Meghans Heimat Kalifornien. Zu Beginn ihrer Beziehung hatte Harry öffentlich die »rassistischen Untertöne« in den Kommentaren einiger Medien und im Internet über die afroamerikanischen Wurzeln von Meghan angeprangert. In einem aufsehenerregenden Interview mit TV-Talkshow-Königin Oprah Winfrey erhob das Paar im vergangenen Jahr auch schwere Vorwürfe gegen die königliche Familie. Unter anderem beschuldigten die beiden ungenannte Mitglieder des Königshauses des Rassismus.