Saturday, October 1, 2022
Ed Sheeran muss für »Thinking Out Loud« vor Gericht
DER SPIEGEL
Ed Sheeran muss für »Thinking Out Loud« vor Gericht
Anika Freier - Gestern um 19:20
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Jüngst war Ed Sheeran noch in Lederhosen in Frankfurt zu sehen – nun soll er wegen Plagiatsvorwürfen vor Gericht erscheinen. Die Bemühungen des Popstars, den Prozess abzuwenden, scheiterten.
Ed Sheeran muss für »Thinking Out Loud« vor Gericht
Ed Sheeran soll geklaut haben. Sein Hit »Thinking Out Loud« soll zu sehr an Marvin Gayes Song »Let's Get It On« erinnern – wofür sich der 31-jährige Sänger nun in den USA vor Gericht verantworten muss, wie mehrere Medien berichteten. Ein Bundesrichter hatte demnach Bemühungen des britischen Sängers zurückgewiesen, den langwierigen Urheberrechtsstreit zu beenden. Schon vor vier Jahren reichte eine Firma mit Anteilen an Gayes Song Klage gegen den britischen Sänger ein und forderte eine hohe Millionensumme. In der Klageschrift heißt es, »Thinking Out Loud« habe ohne Erlaubnis mehrere Elemente des Gaye-Liedes kopiert, etwa Rhythmen, Harmonien, Hintergrundgesang und Tempo.
Die Anwälte des Popstars argumentierten, die Klage sei ungültig – weil ähnliche Elemente in den beiden Liedern nicht einzigartig genug seien, um für Urheberrechtsfragen relevant zu sein, heißt es in den Berichten. Der Bezirksrichter hätte jedoch befunden, dass es keine eindeutige Regel für solche Fragen gebe und Sheeran sich einer Jury stellen müsse. »Obwohl die beiden musikalischen Kompositionen nicht identisch sind, könnten die Geschworenen zu dem Schluss kommen, dass die Überschneidungen zwischen der Akkordfolge und dem harmonischen Rhythmus der beiden Lieder sehr groß sind«, sagte der Richter, wie der »Guardian« zitiert. Der Prozess soll demnach im New Yorker Stadtteil Manhattan stattfinden, einen Termin gibt es derzeit noch nicht.
Sollte Sheeran vor Gericht den Kürzeren ziehen und festgestellt werden, dass er die Rechte des verstorbenen Musikers verletzt hat, könnten die Einnahmen aus der Konzerttour als Schadensersatz geltend gemacht werden, heißt es von dem Richter weiter, wie mehrere Medien berichteten. Über einen ähnlichen Fall urteilte ein kalifornisches Gericht im Jahr 2015, als den Sängern Robin Thicke und Pharell Williams vorgeworfen wurde, sich für ihren Hit »Blurred Lines« bei Marvin Gayes Song »Got to give it up« bedient zu haben. Die Geschworenen sprachen Gayes Familie schließlich 7,4 Millionen US-Dollar Schadenersatz wegen Urheberrechtsverletzung zu und würdigten Marvin Gaye als Songwriter von »Blurred Lines«.
Mit »Thinking Out Loud« hatte Ed Sheeran enormen Erfolg. Der Song schaffte es in mehreren Ländern auf den Spitzenplatz der Charts. Aufgenommen hatte er ihn 2014 für sein zweites Studioalbum mit dem Titel »x«, Sheeran gewann damit den Grammy für den Song des Jahres 2015.