Friday, October 28, 2022

China: Shanghai ordnet Coronatests für 1,2 Millionen Menschen an – weitere Lockdowns

DER SPIEGEL China: Shanghai ordnet Coronatests für 1,2 Millionen Menschen an – weitere Lockdowns Felix Keßler - Gestern um 09:43 | China hält an seiner strikten Linie gegen das Coronavirus fest. In der Millionenmetropole Shanghai dürfen nun Hunderttausende ihre Wohnungen nicht verlassen. In Teilen des Landes regt sich offenbar Protest. China: Shanghai ordnet Coronatests für 1,2 Millionen Menschen an – weitere Lockdowns Die anhaltenden, massiven Einschränkungen sorgten bereits im Frühjahr für Unmut in der Bevölkerung und Proteste, dennoch hält China an seiner extrem strengen Coronapolitik fest. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, sollen am Freitag alle rund 1,2 Millionen Einwohner des Shanghaier Innenstadtdistrikts Yangpu auf das Virus getestet werden. Bis zum Eintreffen der Ergebnisse dürfen sie ihre Wohnungen nicht verlassen. Es ist nicht das erste Mal, dass die Regierung in Peking für Shanghai rigide Maßnahmen anordnet. In der Stadt mit rund 25 Millionen Einwohnern hatte es bereits im Sommer einen zweimonatigen Lockdown gegeben, der laut AP desaströse Folgen für die lokale Wirtschaft hatte und zu Versorgungsengpässen mit Lebensmitteln führte. Einwohner protestierten in der Folge mit Getrommel auf Pfannen, Töpfe und Protestrufen aus ihren Wohnungen gegen die Coronapolitik. Die massiven Maßnahmen deuten darauf hin, dass Staatschef Xi Jinping weiter an seiner »Null-Covid-Politik« festhalten wird. Xi war in der vorigen Woche auf dem Zentralkongress seiner Kommunistischen Partei (KP) im Amt bestätigt worden und kann nun fünf weitere Jahre regieren. Er ließ sich zudem weitreichendere Befugnisse garantieren und kann das Land nun noch stärker nach seinen persönlichen Vorstellungen regieren. Lockdown in Wuhan, Freizeitpark-Schließung in Peking Auch in anderen chinesischen Städten gelten weiter drastische Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Videoaufnahmen zeigten laut AP wie in der tibetischen Stadt Lhasa Tibeter und Han-Chinesen gegen einen seit 74 Tagen bestehenden Lockdown protestierten. Die Aufnahmen sollen demnach vom Mittwochabend stammen, Ausschreitungen gab es offenbar nicht. In der Stadt Wuhan wurde indes ein fünftägiger Lockdown für rund 900.000 Menschen angeordnet. In Peking wurde ein Freizeitpark geschlossen. Auch die Einreise nach China gestaltet sich weiter schwierig. Es gilt weiterhin eine zehntägige Quarantänepflicht in ausgewählten Einrichtungen, zudem sind vor der Ankunft negative Testnachweise vorzulegen. Auch für die chinesische Wirtschaft hat die »Null-Covid-Politik« Einbußen zur Folge. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Chinas extrem harten Kurs gegen das Virus als nicht nachhaltig kritisiert. Peking verteidigt die Maßnahmen dagegen mit Verweis auf die im internationalen Vergleich niederigen Fallzahlen und Corona-Todesfälle.