Wednesday, October 26, 2022
Russische Kriegsschiffe töten offenbar Zehntausende Delfine
Berliner Zeitung
Russische Kriegsschiffe töten offenbar Zehntausende Delfine
maw - Vor 8 Std.
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Russische Kriegsschiffe töten offenbar Zehntausende Delfine
Seitdem russische Truppen im Februar in die Ukraine einmarschiert sind, tobt ein Krieg, der nicht nur Menschenleben fordert, sondern auch die natürlichen Lebensräume von Tieren bedroht. Die Delfin-Population im Schwarzen Meer trifft es offenbar besonders massiv. Woran könnte das liegen?
In einem Beitrag erläuterte der ukrainische Biologe, Ivan Rusev, wie sich die Präsenz von Kriegsschiffen auf das Meer auswirkt. Demnach seien Zehntausende Delfine – bisher gingen Experten von deutlich weniger aus – getötet wurden. Es wird vermutet, dass dies auf die Anwesenheit russischer Kriegsschiffe und U-Boote zurückzuführen ist. Der Lärm kann Delfine und weitere Meeresbewohner desorientieren. Dies führt schließlich dazu, dass sie blind werden, auf Minen zuschwimmen und akustische Verletzungen erleiden.
Das genaue Ausmaß ist derzeit unklar, da Störungen in der Meeresfauna und -flora, „die am schwierigsten zu überwachenden Umweltschäden während eines Krieges“ sind, erklärte der Umweltwissenschaftler Eoghan Darbyshire gegenüber dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek.
Klar sei jedoch: „Das sichtbarste Zeichen für den Schaden ist das Anschwemmen von Walen und Delphinen an den Stränden des Schwarzen Meeres. Dem Vernehmen nach sind die Zahlen höher als in den Vorjahren, was auf einen Zusammenhang mit dem Konflikt hindeutet – höchstwahrscheinlich mit militärischem Sonar, für das es eine relativ gut belegte Verbindung zu Verhaltensänderungen bei Walen gibt“, so Darbyshire.
An der ukrainischen Küste des Schwarzen Meers wurden bereits mindestens 5000 tote Delfine gezählt. Ivan Rusew betonte gegenüber der Zeitung Ukrainska Pravda nochmals, dass die Zahl der tierischen Todesopfer eigentlich viel höher liege. „Erinnern wir uns noch einmal daran, dass das Meer nur etwa fünf Prozent aller toten Tiere anspült. Die restlichen 95 Prozent sinken einfach auf den Meeresgrund – und wir können sie nicht registrieren.“ Für das Ökosystem des Meeres sei das eine Katastrophe. Die genauen Auswirkungen sind derzeit noch unklar.