Wednesday, October 26, 2022
Aus Angst vor Putins Mobilmachung: Beamte der Moskauer Stadtverwaltung flüchten offenbar aus Russland
Tagesspiegel
Aus Angst vor Putins Mobilmachung: Beamte der Moskauer Stadtverwaltung flüchten offenbar aus Russland
Gestern um 08:34
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Weil sie nicht in den Ukrainekrieg ziehen wollen, fliehen Moskauer Verwaltungsbeamte wohl ins Ausland. In einigen Abteilungen sollen 30 Prozent aller Beamten fehlen.
In Moskaus Behörden gibt es durch die Teilmobilmachung wohl Personalmangel (Symbolbild).
Beamte der Moskauer Stadtverwaltung und föderaler Behörden in der russischen Hauptstadt fliehen einem Medienbericht zufolge vor der Teilmobilmachung im Land. „In einigen Abteilungen (der Moskauer Stadtverwaltung) beläuft sich die Zahl der männlichen Mitarbeiter, die Russland verlassen haben, auf 20 bis 30 Prozent aller Angestellten“, berichtete das Internetportal „Wjorstka“ am Dienstag. Vor allem IT-Spezialisten verließen das Land in Richtung der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepubliken Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan, heißt es.
Hintergrund ist demnach, dass gerade auf unterer Verwaltungsebene viele Beamte keinen Schutz vor der Einberufung als „unabkömmliche“ Kader bekämen. Der Tod eines Abteilungsleiters aus dem Moskauer Rathaus in der Ukraine wenige Tage nach der russischen Teilmobilmachung rief nicht nur landesweit Schlagzeilen hervor, sondern auch Panik bei seinen Kollegen.
Die Fluchtbewegung hat dem Bericht zufolge dazu geführt, dass die Arbeit in mehreren Abteilungen paralysiert ist. Als Beispiele werden die Wohnungsverwaltung, das Gesundheitsamt und das Bildungsreferat angeführt. Der Personalmangel soll auch in Einrichtungen, die föderalen Ministerien unterstellt sind, spürbar sein.
Die politische und militärische Führung in Moskau hat mehreren Kategorien russischer Bürger versprochen, sie von der Einberufung auszunehmen. IT-Spezialisten zählen eigentlich dazu, allerdings ist der Nachweis mit bürokratischen Hindernissen verbunden. Offiziell haben die russischen Behörden den Bericht über die Flucht von Beamten nicht kommentiert. (dpa)