Sunday, October 2, 2022

Amerika will Europas «Energieverluste durch die Ukraine-Aggressionen kompensieren»: USA nennen Nord-Stream-Explosionen eine «enorme Chance»

Amerika will Europas «Energieverluste durch die Ukraine-Aggressionen kompensieren»: USA nennen Nord-Stream-Explosionen eine «enorme Chance» Artikel von Kestenholz Daniel (f00001099) • Vor 10 Std. Die Biden-Regierung bezeichnet die Nord-Stream-Explosionen als eine einmalige Gelegenheit. Die mutmassliche «Sabotage» könne Europa von russischer Energie abkoppeln. Amerika springe als Europas neuer führender Gaslieferant in die Bresche. Europa will schnellstmöglich auf russisches Gas verzichten – und muss dies laut dem russischen Energiekonzern Gazprom auch «auf unbestimmte Zeit» wegen der Nord-Stream-Explosionen. Das kommt Amerika nicht ungelegen. Bei einer Pressekonferenz am Freitag von US-Aussenminister Antony Blinken (60) mit seiner kanadischen Amtskollegin Mélanie Joly (43) war von der «Sabotage der Pipelines» die Rede. Blinken erachtet die Sabotage der Nord-Stream-Gaspipelines als «enorme Chance», um Europa von russischer Energie abzukoppeln. Washington versucht seit Jahren, die Staats- und Regierungschefs der EU davon zu überzeugen, russisches Gas gegen amerikanisches LNG (Flüssigerdgas) zu tauschen. LNG kann im Vergleich zu herkömmlichem Erdgas mit Schiffen transportiert werden. Der aufwendige und politisch umstrittene Bau von Pipelines wie Nord Stream 1 und 2 hätte nicht stattfinden müssen. Am Freitag sagte Blinken, dass die USA jetzt «der führende Lieferant von LNG nach Europa» seien. Die Nord-Stream-Explosionen erwiesen sich dabei als eine «grossartige Gelegenheit», so Blinken, «die Abhängigkeit von russischer Energie ein für alle Mal zu beenden und damit Wladimir Putin die Möglichkeit zu nehmen, Energie als Druckmittel zur Durchsetzung seiner imperialen Pläne zu nehmen». Laut Blinken könnten die USA «die Gas- und Ölverluste in Europa kompensieren, die durch die russische Aggression gegen die Ukraine entstehen». Gegenseitige Schuldzuweisungen Es ist unklar, wer hinter den Nord-Stream-Anschlägen steckt. In einer Rede am Freitag machte der russische Präsident Wladimir Putin (69) «Angelsachsen», also die USA und Grossbritannien, für die Explosionen verantwortlich. «Es ist für jeden offensichtlich, wer davon profitiert», so Putin. «Diejenigen, die davon profitieren, sind diejenigen, die es getan haben.» Europäische Sicherheitsbehörden glauben, dass massive Sprengsätze gezündet wurden – jeder mit der Wucht von möglicherweise 500 Kilogramm TNT. Dies lasse sich aus den seismischen Signalen schliessen. Auch deute die grosse Sprengkraft darauf hin, dass ein Staat am Werk war, und nicht irgendeine Terrorgruppe. Russlands Militär verfüge nach Auffassung von Experten des deutschen Geheimdienstes über das Know-how und die Ausrüstung, um auf dem Meeresboden operieren zu können, berichtet der «Spiegel»: «Westliche Geheimdienste wissen etwa von Unterwasserrobotern im russischen Bestand, die in der Lage seien, von Russland aus entlang der Pipeline bis zu geplanten Anschlagsorten zu gelangen, um dort Sprengladungen zu befestigen.» Demnach hatte der US-Geheimdienst CIA die bundesdeutsche Regierung schon vor Wochen vor möglichen Anschlägen auf Gas-Pipelines in der Ostsee gewarnt. (kes) Gewaltige Unterwasser-Explosionen diese Woche in der Nordsee: Es ist unklar, wer oder was hinter der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines steht.