Thursday, April 28, 2022

Boris Becker: Experte darüber, was ihn im Gefängnis erwarten könnte

BUNTE.de Boris Becker: Experte darüber, was ihn im Gefängnis erwarten könnte Julia Cecati - Vor 44 Min. Boris Becker: Im schlimmsten Fall drohen sieben Jahre Haft Für Boris Becker (54) dürfte es eine unruhige Nacht werden. Am morgigen Freitag (29. April), wird der Urteilsspruch des Londoner Gerichts erwartet, das die Tennis-Legende zuvor wegen Insolvenzverschleppung in vier Punkten für schuldig befunden hatte. Dem 54-Jährigen droht nun eine mehrjährige Haftstrafe, die er in einem englischen Gefängnis abzusitzen hätte. BUNTE.de sprach mit Strafverteidiger Burkhard Benecken (47), der selbst schon mehrere Mandanten vertreten hat, die hinter englischen Gittern eingesessen haben. Dabei betonte er insbesondere, wie hart und unkomfortabel die Haftanstalten dort sein können. Luxus? Fehlanzeige. Burkhard Benecken stellt klar: "Den Luxus, den er gewohnt ist, wird er dort im Ansatz nicht wiederfinden. Im Gegenteil: englische Gefängnisse gelten als besonders hart, unschön und alles andere als luxuriös. Über die englische Küche lässt sich dem ein oder anderen nach ohnehin streiten. Es gibt deutsche Mandanten, die dort monatelang kaum was gegessen haben. Dort gibt es zum Beispiel Speck mit Eiern in einer Art und Weise, wie man es nur als Matsch bezeichnen kann." Und weiter: "Es ist zudem sehr unhygienisch. Die Engländer scheinen den Insassen was Abschreckendes fürs Leben mitgeben zu wollen." Doch damit nicht genug. Burkhard Benecken führt außerdem aus, dass es schlimmstenfalls auch zu körperlichen Angriffen gegen Boris Becker kommen könne: "Was man allgemein sagen kann: Prominente hinter Gittern haben einerseits Vorteile, weil sie von Mitgefangenen bewundert werden und so mal von dem ein oder anderen Kaffe extra bekommen, was hinter Gittern einen hohen Wert hat oder generell bevorzugt behandelt werden. Andererseits wird man als Promi schnell zum Angriffsobjekt. Es kann schnell passieren, dass sich ein Mitgefangener, wenn auch nur anstaltsintern einen Namen machen möchte und den Prominenten deswegen angreift." Gerade mal mit 18 Jahren gewann er 1986 im Wimbledon, dasTennisturnier der Supersportler. In Gefängnissen kommt es stets zur Herausbildung von Hierarchien. So auch in englischen Haftanstalten. Doch wo wäre Boris Becker in solch einer Hierarchie einzustufen? Der Strafverteidiger sagt hierzu: "Von der Hierarchie stehen die Clanmitglieder ganz oben sowie Leute, die spektakuläre Straftaten begangen haben. Prominente sind in der Mitte anzusiedeln. Im unteren Bereich stehen die Frauenmörder und Kinderschänder." Strafverteidiger macht wenig Hoffnung auf frühzeitige Entlassung Abschließend geht Strafverteidiger Burkhard Benecken nicht davon aus, dass Boris Becker im Falle einer Haftstrafe aufgrund guter Führung frühzeitig entlassen werden könnte. Auch hier dürfte dem Wimbledon-Sieger sein Promi-Status im Weg stehen: "Bei guter Führung kann man auch in Großbritannien vorzeitig entlassen werden. Allerdings möchte sich die englische Justiz nicht nachsagen lassen, dass Boris Becker besser behandelt wird, als jeder andere Verbrecher. Daher besteht die Gefahr, dass die Justiz Prominente extra lange schmoren lässt, aber das ist natürlich auch von Fall zu Fall unterschiedlich." Am morgigen Freitag wird die Öffentlichkeit also aufmerksam nach London blicken, wo dann die Entscheidung über Boris Beckers Schicksal verkündet wird.