Wednesday, April 27, 2022
Mehrere Menschen in Kindergarten in Russland erschossen
DW
Mehrere Menschen in Kindergarten in Russland erschossen
dw.com - Gestern um 15:14
In einem Kindergarten in der zentralrussischen Region Uljanowsk hat ein bewaffneter Mann mindestens drei Menschen getötet. Nach Angaben der Behörden nahm er sich danach das Leben.
Bei den Todesopfern handele es sich ersten Erkenntnissen zufolge um zwei Kinder, eine Erzieherin und den Angreifer, sagte ein Sprecher der Behörden. Das Alter der getöteten Kinder ist noch unklar, sie seien aber vermutlich zwischen drei und sechs Jahren alt.
Wie russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf die Strafverfolgungsbehörden berichteten, könnte ein Familienstreit zu dem tödlichen Angriff geführt haben. Der Abgeordnete und ehemalige Gouverneur der Region Uljanowsk an der Wolga, Sergej Morosow, sagte der Nachrichtenagentur RIA Novosti, bei den Opfern handele sich um eine junge Erzieherin und zwei Kinder, die 2016 und 2018 geboren wurden. Zudem erlitt eine weitere Erzieherin Verletzungen.
Der Telegram-Kanal Basa, der für seine guten Kontakte zu den Sicherheitskräften in Russland bekannt ist, berichtete, der Mann sei während der Mittagsruhe in den Kindergarten eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Er war demnach mit einer Schrotflinte bewaffnet. Der Tatort in dem Dorf Weschkajma liegt etwa 100 Kilometer westlich der Gebietshauptstadt Uljanowsk.
Strenge Sicherheitsmaßnahmen
In Russland gibt es wegen strikter Sicherheitsvorkehrungen an Bildungseinrichtungen und strenger Waffengesetze relativ selten Schusswaffenangriffe in Kindergärten, Schulen oder Universitäten.
Im Mai 2021 hatte ein 19-Jähriger an seiner ehemaligen Schule im zentralrussischen Kasan neun Menschen getötet. Präsident Wladimir Putin ordnete daraufhin eine Verschärfung des Waffenrechts an. Im September tötete ein 18-jähriger Student in der Hochschule in der zentralrussischen Stadt Perm im Ural sechs Menschen mit einem Jagdgewehr.