Thursday, April 28, 2022
Bericht: Russland lehnt deutsche Gaszahlung ab
Berliner Zeitung
Bericht: Russland lehnt deutsche Gaszahlung ab
pde - Vor 2 Std.
Die größte russische Gasbank Gazprombank hat eine Zahlung für bestimmte Gaslieferungen nach Deutschland und Österreich abgelehnt. Konkret geht es um Gaslieferungen im April und Mai, die zuvor mit der Gazprom Marketing & Trading Ltd. (GM & T) vertraglich vereinbart worden waren. Das berichtet der Mediendienst Bloomberg. Das Unternehmen hatte dem Bericht zufolge versucht hatte, das Gas wie von Russland gefordert über ein Rubelkonto zu bezahlen. Die abgelehnte Zahlung an die Gazprombank ist demnach Teil einer Lieferung von sieben Terawattstunden Gas bis Ende 2023, schreibt Bloomberg.
GM&T stand bis vor Kurzem unter der Leitung einer deutschen Tochtergesellschaft des staatlichen russischen Gasproduzenten Gazprom PJSC. Anfang März teilet das Unternehmen dann mit: „Am 31. März beendete die Gazprom-Gruppe ihre Beteiligung an dem deutschen Unternehmen Gazprom Germania GmbH und allen ihren Vermögenswerten, einschließlich Gazprom Marketing & Trading Ltd.“. Seitdem ist das Unternehmen laut Bloomberg in deutscher Hand, der Firmensitz befindet in London.
Die Europäische Union und Russland befinden sich in einer Patt-Situation über Gaslieferungen, wobei Präsident Wladimir Putin eine Bezahlung in Rubel fordert. Dem Erlass zufolge sollen die Käufer zwei Konten bei der Gazprombank einrichten, die dann die Euro-Zahlungen auf dem einen Konto in Rubel auf dem anderen umwandelt. Die EU will erreichen, dass die Zahlungen weiterhin in Euro erfolgen können. Die Käufer könnten ansonsten Gefahr laufen, gegen die von der EU beschlossenen Sanktionen gegen Russland zu verstoßen.
Der Fall betrifft ein Zahlungsverfahren, das „unklar“ ist, sagte die deutsche Energieregulierungsbehörde (Bundesnetzagentur) laut Bloomberg in einer Erklärung. Das Gas müsse „wie vertraglich vereinbart in Euro bezahlt werden“. Die Behörde teilte weiter mit, „GM&T könne das Gas bei Bedarf durch Käufe auf dem freien Markt ersetzen“. Das Handelsunternehmen, das einer von vielen Importeuren von Gas nach Deutschland ist, bemüht sich nach Angaben eines Insiders„ noch immer um die Abwicklung der Transaktion und steht in Verhandlungen mit der Gazprombank und dem Exportarm von Gazprom“, schreibt Bloomberg.
Sollte das Gas nicht geliefert werden, könnte dies die europäische Gasversorgung weiter verknappen. Alternativ müsste GM&T das Gas möglicherweise anderweitig zu höheren Preisen beschaffen.