Sunday, April 4, 2021

Ostern ist das Fest der Hoffnung

Ostern ist das Fest der Hoffnung OSTERGRUS Aktualisiert: 04.04.2021, 08:00 Das Coronavirus zehrt an den Kräften der Menschen. Doch Hoffnung gibt es auch im zweiten Jahr der Pandemie, sagt Christine Richter. Erinnern Sie sich noch an das Osterfest im vergangenen Jahr? Da war Deutschland gerade zum ersten Mal in den Lockdown gegangen, die Menschen blieben zu Hause, die Straßen waren meist wie leer gefegt, die Mobilität weitgehend zum Stillstand gekommen. Schweren Herzens verzichteten die Menschen auf die Besuche bei der Familie, das gemeinsame Eiersuchen an Ostern fiel aus. In der Hoffnung, mit dem Lockdown und dem Einhalten der strengen Regeln das Coronavirus bald zu besiegen. Vor einem Jahr, an Ostern 2020, dachte und sagte ich zu meiner Familie: „In einem Jahr, an Ostern 2021, werden wir sagen: Wisst Ihr noch, wie komisch das Osterfest vor einem Jahr war, als alles geschlossen war, als wir niemanden treffen konnten.“ Nun, ich habe mich geirrt. Ein Jahr später sind wir immer noch in der Pandemie gefangen. Wir befinden uns am Anfang der dritten Welle, und wenn man den Experten glaubt, kann diese noch einmal besonders schlimm werden. Doch nach einem Jahr Corona-Pandemie sind die Menschen angestrengt, genervt und auch müde ob der immer neuen Durchhalteparolen. An Weihnachten, im zweiten Lockdown, wurde uns gesagt, wir müssten jetzt nur durchhalten, auf die Familienfeiern verzichten, dann könnten wir angesichts der Ende Dezember beginnenden Impfungen und der bald bereitgestellten Schnelltests eine gute Zeit im Frühjahr erleben, dann seien an Ostern wieder Treffen möglich. Wir erleben leider das Gegenteil, die Ankündigungen waren falsch, weil in den vergangenen drei Monaten viel zu wenig Impfstoff in Deutschland angekommen ist, weil es auch bei den Schnelltests gewaltig hapert. Und der Verdruss steigt, denn die Politiker lassen klare Regeln und pragmatische Entscheidungen vermissen. Von einer „Krise des Vertrauens“ sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Karsamstag – völlig zu Recht. Ostern – das ist für die Christen das Fest der Auferstehung Jesu Christi, das Fest der Hoffnung, denn das Leben siegt über den Tod. Und Hoffnung, die gibt es auch im zweiten Jahr der Corona-Pandemie. In Berlin kann man sie gerade sehr gut an den 60- bis 70-Jährigen beobachten, die sich um eine Impfung mit dem Serum von Astrazeneca bemühen. So viele von ihnen wählen 40, 60, gar 80 Mal die Hotline-Nummer, um einen Impftermin zu erhalten. Der Ärger über die miserable Organisation dieses Callcenters ist verständlicherweise groß, die Freude über einen vorzeitigen Impftermin aber auch. Es wird ein Kraftakt, der uns in den kommenden Monaten noch bevorsteht, bis dann, hoffentlich Ende September, alle Menschen in Deutschland einen Impftermin bekommen haben. Halten wir also durch – und uns an all die wichtigen Abstands- und Hygieneregeln, auch an die Kontaktbeschränkungen. Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien frohe, hoffnungsvolle Ostern.