Wednesday, April 27, 2022
Russische Oligarchen: Rätselhafte Todesfälle häufen sich
Berliner Zeitung
Russische Oligarchen: Rätselhafte Todesfälle häufen sich
lex - Vor 1 Std.
Eine Reihe mysteriöser Todesfälle reicher Geschäftsmänner aus Russland beschäftigt derzeit die Polizei mehrerer Länder. Mindestens fünf von ihnen sollen seit Beginn des Kriegs in der Ukraine Suizid begangen haben, ein sechster wenige Wochen zuvor. Die jüngsten Todesnachrichten aus der vergangenen Woche machten weltweit Schlagzeilen. Innerhalb kurzer Zeit wurden zwei russische Oligarchen tot in Luxusvillen in Russland und Spanien aufgefunden. Neben ihnen lagen ihre engsten Familienangehörigen. Ebenfalls tot. Laut ersten Erkenntnissen soll es sich um erweiterte Suizide handeln - die Geschäftsmänner sollen also erst ihre Kinder, dann ihre Frau und schließlich sich selbst getötet haben. Es sind keine Einzelfälle.
Bei den Toten handelt es sich um den ehemaligen Vizepräsident der Gazprombank, Vladislav Avayev, dessen Frau und die 13-jährige Tochter. Alle Leichen, die in der Moskauer Wohnung von Avayev gefunden wurden, wiesen laut Polizei Schusswunden auf. In der spanischen Stadt Lloret de Mar fand man kurz darauf die Leichen der Familie des Geschäftsmanns Sergey Protosenya, der bis 2016 Hauptbuchhalter und Vorstandsmitglied des größten russischen privaten Energiekonzerns Novatek war. Seine Frau und die 18-jährige Tochter wurden Ermittlungen zufolge mit einer Axt ermordet. Protosenya selbst soll sich erhängt haben.
Doch die Liste der russischen Oligarchen, die seit Januar unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen sind, ist noch länger. Bei genauer Betrachtung der bisher vorliegenden Todesumstände der bekanntgewordenen Fälle wird deutlich, dass es einige Parallelen gibt.