Monday, August 5, 2024

Kamala Harris: Noch zwei Kandidaten für den Posten als Vize-Präsident übrig

DER SPIEGEL Kamala Harris: Noch zwei Kandidaten für den Posten als Vize-Präsident übrig 4 Std. • 3 Minuten Lesezeit Wer zieht mit Kamala Harris in den Kampf ums Weiße Haus? Laut Insidern sind noch zwei Anwärter übrig – Ex-Astronaut Mark Kelly ist offenbar raus. Umfragen sehen die Demokratin derweil kräftig im Aufwind. Kamala Harris: Noch zwei Kandidaten für den Posten als Vize-Präsident übrig Mit Spannung wird die Entscheidung von Kamala Harris für ihren Kandidaten für die Vizepräsidentschaft erwartet. Am Dienstag (Ortszeit) soll und muss es soweit sein – am Abend ist bereits ein gemeinsamer Auftritt angesetzt. Dieser soll der Auftakt zu einer fünftägigen Tour durch sieben Städte in umkämpften US-Bundesstaaten sein, in denen die Wahl im November voraussichtlich entschieden wird. Mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass aus dem Dreikampf um den Vizeposten ein Duell geworden sein dürfte. Harris hat Insidern zufolge ihre Suche auf zwei Männer eingegrenzt. Es laufe auf den Gouverneur von Pennsylvania, Josh Shapiro, oder den Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, hinaus, wie drei mit der Sache vertraute Personen am Montag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Die Auswahl wird von Beobachtern als eine der wichtigsten Entscheidungen von Harris im Vorfeld der Präsidentenwahl am 5. November angesehen: Der Vize-Kandidat soll im besten Fall für die Wählerschichten attraktiv sein, die sich von Harris selbst – einer schwarzen und asiatischstämmigen Frau – nicht so stark angesprochen fühlen. Auf der Auswahl-Liste von Harris standen daher nach Angaben von Insidern ausschließlich weiße Männer, die in der Lage sind, ländliche, weiße oder unabhängige Wählerinnen und Wähler zu gewinnen. Nicht mehr im engsten Kreis der Kandidaten ist den Angaben zufolge Mark Kelly. Der 60-Jährige ist ein ehemaliger Astronaut und holte bereits zwei Mal den Senatssitz im Swing State Arizona. Am Sonntag setzte er bei X die Botschaft ab: »Meine Mission ist nun, den Menschen in Arizona zu dienen.« Später wurde der Eintrag gelöscht. Reuters beruft sich nun auf namentlich nicht genannte Insider, laut denen Kelly aus dem Rennen ist. Der 51-jährige Shapiro ist ein aufstrebender Politiker der Demokraten mit hohen Zustimmungsraten in Pennsylvania. Der Bundesstaat mit seinen 20 Wahlmänner-Stimmen wird sowohl für Harris als auch für ihren republikanischen Rivalen Donald Trump als mit entscheidend angesehen, um die Wahl im November zu gewinnen. Shapiro ist ein ehemaliger Generalstaatsanwalt. Er wäre der erste jüdische Vizepräsident des Landes. Shapiro gilt als starker Unterstützer Israels, was einige Wähler abschrecken, andere wiederum ansprechen könnte. Shapiro gilt als eher moderat, ist sehr populär und wird schon seit Längerem für höhere Ämter gehandelt. Linken Kräften in der Partei ist er in wichtigen Fragen zu konservativ. Walz ist ein Ex-Soldat und ehemaliger Lehrer. Als früherer Kongressabgeordneter aus einem eher republikanisch geprägten Bezirk hat der 60-Jährige bewiesen, dass er ländliche, weiße Wähler anspricht, obwohl er sich als Gouverneur auch etwa für kostenlose Schulessen und erweiterten bezahlten Urlaub für Arbeitnehmer eingesetzt hat. Minnesota dürfte bei der Wahl an die Demokraten gehen. Der Bundesstaat grenzt an die ebenfalls mitentscheidenden Wisconsin und Michigan. Umfragen zeigen Zustimmung für Harris Seit der 81-jährige Präsident Joe Biden nach wochenlanger Diskussion über seine geistige Fitness am 21. Juli seinen Verzicht auf die erneute Kandidatur erklärte und für Harris als seine Nachrückerin plädierte, erfährt die Vizepräsidenten viel Zustimmung. Trump hingegen, in die Defensive gedrängt, verstieg sich zuletzt zu rassistischen und anderweitig beleidigenden Aussagen über Harris. In den Umfragen holte Harris stetig zu ihrem republikanischen Kontrahenten auf – und in zwei jüngsten Umfragen konnte sie ihn landesweit sogar überholen. Laut einer am Montag (Ortszeit)veröffentlichten Erhebung der University of Massachusetts Amherst liegt Harris landesweit drei Prozentpunkte vor Trump – während die Hochschule in ihrer vorherigen Erhebung vom Januar Biden vier Punkte hinter Trump gesehen hatte. In einer am Sonntag veröffentlichten CBS News/YouGov-Umfrage liegt Harris einen Prozentpunkt vor Trump, während Biden zum Zeitpunkt seines Ausstiegs fünf Punkte hinter dem Rivalen gelegen hatte. In den »swing states« liegen Harris und Trump demnach aktuell gleichauf. Bei einem Sieg am 5. November würde Harris zur ersten Frau, zur ersten Afroamerikanerin und zur ersten Person mit asiatischen Wurzeln im US-Präsidentenamt.