Monday, August 26, 2024

Anschlag in Solingen: Spranger kündigt Maßnahmen für Berlin an

Berliner Morgenpost Anschlag in Solingen: Spranger kündigt Maßnahmen für Berlin an 6 Std. • 2 Minuten Lesezeit Nach dem islamistischen Anschlag von Solingen mit drei Toten hat Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mehr Waffenverbotszonen und Videoüberwachung angekündigt und konsequentere Abschiebungen von Straftätern gefordert. „Wir brauchen mehr Messer- und Waffenverbotszonen. Diese senden ein deutliches Signal an potenzielle Täter, und sie erhöhen die polizeilichen Handlungsmöglichkeiten“, teilte Spranger der Deutschen Presse-Agentur mit. Der Berliner Senat werde diese Zonen per Rechtsverordnung an Orten einrichten, an denen es immer wieder zu erheblichen Straftaten wie zum Beispiel im Kreuzberger Wrangelkiez komme. „Das können auch weitere kriminalitätsbelastete Orte sein. Darüber sind wir mit der Polizei Berlin in Gesprächen.“ Das entsprechende Sicherheits- und Ordnungsgesetz sei schon länger in der Überarbeitung. Spranger betonte weiter: „Wir werden die Videoüberwachung an kriminalitätsbelasteten Orten ausbauen und diese mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz kombinieren. Ob wir dies zur Identifizierung von Straftätern nutzen können, werden wir prüfen.“ Deutschland könne es sich auch nicht leisten, die direkte Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan und Syrien weiter auszusetzen. Zudem müssten anlassbezogene Grenzkontrollen ausgeweitet werden. Anschlag in Solingen: Kai Wegner fordert Konsequenzen Auch Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner forderte Konsequenzen in der Asyl- und Zuwanderungspolitik. „Das Attentat zeigt, dass wir in Deutschland dringend über die Ursachen und über die Täterkreise sprechen und endlich Konsequenzen ziehen müssen“, erklärte der CDU-Politiker. „Die Betroffenheitsrhetorik nach solchen Anschlägen reicht nicht aus, die Bundesregierung muss endlich handeln.“ Wer kein Recht auf Asyl habe, müsse Deutschland verlassen, so Wegner. „Wir müssen unsere Grenzen endlich so vor illegaler Zuwanderung schützen, wie es alle 16 Ministerpräsidenten von der Bundesregierung seit Monaten immer wieder fordern.“ Tatverdächtiger nach tödlichem Anschlag in Untersuchungshaft Bei einem Stadtfest in Solingen waren am Freitagabend drei Menschen mit einem Messer getötet worden. Acht Menschen wurden verletzt, vier davon schwer. Ein 26-jähriger tatverdächtiger Syrer sitzt seit Sonntagabend unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft. „Der Anschlag eines islamistischen Täters, der schon vor Monaten hätte abgeschoben werden müssen, in Solingen erschüttert mich zutiefst“, erklärte Wegner. Zur Situation in Berlin sagte er: „Die Täter der Messerangriffe sind meist jung, männlich und haben einen Migrationshintergrund. Und wir wissen: Wer mit dem Messer zusticht, der will wie in Solingen töten oder nimmt den Tod eines Menschen bewusst in Kauf. Deshalb muss der Rechtsstaat konsequent durchgreifen.“ dpa/BM