Thursday, October 5, 2023
Ökonomen rechnen mit der Ampel ab - und die FDP muss zittern
Merkur
Ökonomen rechnen mit der Ampel ab - und die FDP muss zittern
Artikel von Georg Anastasiadis •
1 Std.
Industriestrompreis, Heizgesetz, Atom-Aus: Professoren lassen in einer Umfrage kaum ein gutes Haar an der Ampel-Politik. Das tut gerade der FDP weh, kommentiert Georg Anastasiadis.
Das ist kein Zwischenzeugnis, mit dem man sich daheim um eine Taschengelderhöhung bewerben sollte: Ein glatte 4 geben Deutschlands Top-Ökonomen zur Halbzeit der Ampelregierung. Die Abschaltung der letzten Atommeiler – eine Schwächung der deutschen Wirtschaft zur Unzeit, sagen 58% der 205 befragten Volkswirte. Die Ausweitung des Bürgergelds – ein Anreiz, lieber andere für sich arbeiten zu lassen, urteilen 55%. Das Heizungsgesetz – kleinteilig und planwirtschaftlich, so der Verriss von 60% der Professorinnen und Professoren.
Nicht Habecks Industriestrompreis ein Fehler: Die Ampel fügt dem Land Schaden zu
Und als wäre das noch nicht genug, attestieren die Experten dem grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck, auch mit seinem subventionierten Industriestrompreis für große Konzerne gewaltig auf dem Holzweg zu sein. 83% lehnen den Plan ab, weil er wettbewerbsverzerrend, klimaschädlich und letztlich unbezahlbar sei.
Christian Lindners FDP muss nicht nur bei den Landtagswahlen zittern, kommentiert Georg Anastasiadis.
Der Befund der Wirtschaftsweisen ist eindeutig: Die Ampel hat sich auf ihrem ideologiegetriebenen Marsch in die Öko-Planwirtschaft verirrt und dem Land und seinen Bürgern auch durch die Reduzierung von Leistungsanreizen Schaden zugefügt.
Ampel auf dem Weg in die Öko-Planwirtschaft: Der Zorn trifft die FDP - es geht ums Überleben
Doch es sind nicht die grünen Antreiber, die von ihren meist gut betuchten Wählern dafür in erster Linie zur Rechenschaft gezogen werden. Härter trifft der Zorn die Kleine-Leute-Partei SPD, vor allem aber die wirtschaftsaffine FDP, die es in den Augen ihrer Wähler eigentlich besser hätten wissen müssen.
Aber man habe doch, verteidigen sich die traurigen Liberalen, (noch) Schlimmeres verhindert, etwa die von Rotgrün verlangten massiven Steuererhöhungen. Das stimmt zwar, doch wird man fürs Verhindern nicht gewählt - und ebenso wenig dafür, aus Verantwortungsgefühl (und wegen des Versagens von CDU und CSU) in eine Koalition eingetreten zu sein, die man im Herzen nie richtig wollte. Deshalb geht es für die FDP ab jetzt ums Überleben, und das nicht nur an diesem Sonntag bei der Wahl in Bayern und Hessen.