Saturday, October 28, 2023

Hasspredigten gegen Israel: Neuköllner Politiker kritisieren Moscheevereine

DER SPIEGEL Hasspredigten gegen Israel: Neuköllner Politiker kritisieren Moscheevereine Artikel von Susanne Götze • 10 Std. Neuköllns Bürgermeister und die Integrationsbeauftragte des Berliner Bezirks wollen nicht mit Moscheevereinen kooperieren. Deren Imame hätten einen »politischen Auftrag«. Sie zu »hofieren«, sei schwierig. Hasspredigten gegen Israel: Neuköllner Politiker kritisieren Moscheevereine Der Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, Martin Hikel (SPD), hält nichts von Versuchen, durch eine Kooperation mit Moscheegemeinden islamisch geprägtem Antisemitismus entgegenzuwirken. »Es ist ein naiver Irrglaube, dass man mit den Moscheevereinen den Antisemitismus bekämpfen kann«, sagte Hikel der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Viele dieser Vereine hätten einen politischen Auftrag und würden nur 20 Prozent der muslimischen Gläubigen repräsentieren, sagte Hikel der Zeitung. »Sie offiziell zu hofieren und finanziell zu fördern, halte ich für schwierig. Da wurden die falschen Signale gesetzt.« Ähnlich sieht das Neuköllns Integrationsbeauftragte Güner Balci. Sie sagte der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Der Antisemitismus in der arabischen Bevölkerung ist mit den Moscheevereinen und der Tätigkeit vieler Imame, die Hass gegen Israel predigen, gewachsen. Neukölln kooperiert deshalb, anders als andere Bezirke, nicht mit reaktionären Moscheevereinen.« Bürgermeister Hikel kritisierte mit Blick auf Antisemitismus auch Teile der linken Szene. »Sie betrachten Israel als imperialen Staat oder neuerdings als Kolonialstaat. In dieser Sicht sind die Palästinenser immer die Unterdrückten, die Terroristen der Hamas die Befreiungskämpfer. Das können wir nicht länger akzeptieren.« Seit dem 7. Oktober, dem Tag des Terrorangriffs der islamistischen Hamas auf Israel, kam es nach propalästinensischen Kundgebungen und Demonstrationen insbesondere in Neukölln wiederholt zu Ausschreitungen. Seit Beginn des Gazakriegs hat die Polizei in Berlin insgesamt mehr als 850 Straftaten in diesem Kontext registriert.