Thursday, October 12, 2023

„Wir sind die Mitte“: Aiwangers Freie Wähler und Söders CSU rempeln einander vor Koalitionsgesprächen an

Merkur „Wir sind die Mitte“: Aiwangers Freie Wähler und Söders CSU rempeln einander vor Koalitionsgesprächen an Artikel von Dpa Deutsche Presse-Agentur • 6 Std. Nach Bayern-Wahl „Wir sind die Mitte“: Aiwangers Freie Wähler und Söders CSU rempeln einander vor Koalitionsgesprächen an Bayern-Wahl 2023: Freie Wähler Florian Streibl und Hubert Aiwanger bei der Pressekonferenz in München nach dem Wahlsonntag Die beiden Parteien wollen schnell eine Regierung bilden – trotz öffentlicher Fehde. Heute treffen sich CSU und Freie Wähler zu ersten Gesprächen. München – CSU und Freie Wähler (FW) beginnen an diesem Donnerstag (12. Oktober) ihre Koalitionsgespräche. Einen Tag zuvor machte der FW-Chef Hubert Aiwanger dem künftigen Partner Vorwürfe. Er wünsche sich einer „fairere“ Zusammenarbeit als in den letzten Jahren, sagte Aiwanger vor der ersten Sitzung der neuen FW-Fraktion. „Wir sind kollegial vernünftig, aber wir lassen uns auch nicht irgendwo in eine Ecke drängen, demütigen oder sonst was.“ CSU-Chef Markus Söder hatte für den Auftakt der Koalitionsgespräche ein klares Bekenntnis der Freien Wähler zu deren politischem Kompass und Demokratieverständnis verlangt. Es gehe um die Integrität der Staatsregierung, daher müsse das Bekenntnis möglicherweise in einer Präambel des Koalitionsvertrages verankert werden, sagte Söder. Aiwanger nennt Freie Wähler „Slalomstange“ der CSU „Jeder kehre vor der eigenen Tür, auch bezüglich der Frage, wie man zum Thema Demokratie steht“, sagte Aiwanger dazu. „Ich verweise hier auf einige unschöne Dinge auch zu Zeiten der Corona-Politik, ohne hier nachtreten zu wollen.“ Aiwanger sagte auch: „Wir stehen in der Mitte seit Jahrzehnten. Wir sind quasi die Slalomstange, um die die CSU immer herumfährt. Mal fährt sie links vorbei, mal rechts vorbei. Wir sind die Mitte. Die CSU ist nach politischer Wetterlage hier wankelmütig. Auf uns ist Verlass.“ „Wir haben seitens der Freien Wähler in den letzten Jahren auch einige Demütigungen hinnehmen müssen, die nicht stilgerecht waren“, kritisierte Aiwanger zudem. „Ich erinnere auch an die Stellungnahme, zu der ich vor laufender Kamera getrieben worden bin, wie mein Impfstatus sei und ähnliches.“ CSU und Freie Wähler zanken vor Koalitionsgesprächen FW-Fraktionschef Florian Streibl mahnte die CSU: „Es ist klar, dass wir nicht nur ein kleiner Koalitionspartner sind. Sondern wir sind der Koalitionspartner.“ Er wies zudem einen Vergleich zurück, den sein CSU-Amtskollege Klaus Holetschek angestellt hatte. Holetschek hatte der Augsburger Allgemeinen nach der Bayern-Wahl gesagt: „Die CSU ist die mit weitem Abstand stärkste Kraft. Es muss klar sein, dass der Schwanz nicht mit dem Hund wedelt.“ Streibl sagte dazu: „Man muss mal schauen, wer Schwanz und wer Hund ist.“ Und er forderte Holetschek auf: „Wenn man zusammenarbeiten möchte, dann sollte man in Zukunft solche Vergleiche lassen.“ (frs mit dpa)