Monday, December 26, 2022
Kamala Harris: Migrantinnen und Migranten in der Nähe des Hauses der US-Vizepräsidentin abgesetzt
DER SPIEGEL
Kamala Harris: Migrantinnen und Migranten in der Nähe des Hauses der US-Vizepräsidentin abgesetzt
Artikel von Kristin Haug • Vor 6 Std.
Sie überquerten die Grenze nach Texas und wurden dann mit Bussen nach Washington gebracht – in die Nähe des Hauses von US-Vizepräsidentin Harris. Noch hat sich niemand zu der Aktion bekannt.
Kamala Harris: Migrantinnen und Migranten in der Nähe des Hauses der US-Vizepräsidentin abgesetzt
Drei Busse mit Migrantinnen und Migranten wurden am Weihnachtswochenende in der Nähe des Wohnhauses von US-Vizepräsidentin Kamala Harris abgesetzt. Die Menschen hatten im Bundesstaat Texas die US-Grenze übertreten, ehe sie nach Washington gebracht wurden. Das berichten die Nachrichtenagentur Reuters und NPR.
Wer hinter der Aktion steckt, ist noch unklar. Aber: Es wäre nicht das erste Mal, dass texanische Behörden Migranten mit den Bussen in Städte schicken, die von den Demokraten kontrolliert werden. Hinter dem umstrittenen Vorgehen steckt der texanische Gouverneur Greg Abbott. Mit den Bustouren will er gegen die »Politik der offenen Grenzen« der US-Regierung demonstrieren.
Der republikanische Gouverneur ist ein lautstarker Kritiker der Einwanderungspolitik der Regierung von Joe Biden. Berater Abbotts waren laut der Nachrichtenagentur Reuters nicht zu erreichen, um sich dazu zu äußern, ob der US-Staat die Busfahrten am Weihnachtswochenende organisiert habe.
Am 20. Dezember hatte Abbott dem US-Präsidenten Joe Biden einen Brief geschrieben. Darin heißt es, dass täglich Tausende Männer, Frauen und Kinder illegal die Grenze nach Texas überqueren. Texas könne nicht alle Migrantinnen und Migranten unterbringen. Angesichts der niedrigen Temperaturen sei ihr Leben in Gefahr, sie könnten auf den Straßen erfrieren. Abbott macht den Präsidenten dafür verantwortlich.
Biden hatte den sogenannten »Title 42« aufgehoben, der es texanischen Grenzschützern erlaubt hatte, aufgegriffene Migranten ohne ein Verfahren direkt wieder zurückzuschicken – angeblich, um die US-Bevölkerung vor dem Coronavirus zu schützen. Ein Gericht blockierte zwar Bidens Entscheid, dennoch ist es unter Biden für die Texaner wieder schwieriger geworden, Migrantinnen und Migranten nach Mexiko zurückzuschicken.
Tatiana Laborde, Geschäftsführerin einer Hilfsorganisation, sagte, in den vergangenen Wochen seien bereits mehrere Busse mit Migranten in Washington angekommen. Vor allem Menschen aus Ecuador und Kolumbien seien dabei gewesen, zuvor seien viele Venezolaner gekommen.