Tuesday, March 25, 2025
Der einzige Ausrutscher in zwei Monaten“ – So spielt Trump die Chat-Panne herunter
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WELT
„Der einzige Ausrutscher in zwei Monaten“ – So spielt Trump die Chat-Panne herunter
2 Std. • 2 Minuten Lesezeit
Alles halb so schlimm? US-Präsident Donald Trump und seine Regierung bemühen sich, die versehentlich geteilten Pläne für Luftschläge im Jemen als kleine Panne abzutun. Außerdem wird der Journalist angegangen, der den Vorfall öffentlich gemacht hat.
US-Präsident Donald hat das versehentliche Teilen von Angriffsplänen des US-Militärs in einer Chatgruppe mit einem Journalisten als „Ausrutscher“ abgetan. Es sei für seine Regierung „der einzige Ausrutscher in zwei Monaten“ gewesen, der sich „als nicht schwerwiegend“ herausgestellt habe, sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit dem US-Sender NBC. Der offenbar für die Panne verantwortliche Nationale Sicherheitsberater Michael Waltz habe „eine Lektion gelernt“, sagte Trump weiter.
Waltz hatte den Chefredakteur des Magazins „The Atlantic“, Jeffrey Goldberg, nach dessen Schilderung in eine Gruppe im Messengerdienst Signal eingeladen, in der sich Waltz unter anderem mit Außenminister Marco Rubio, Vizepräsident J.D. Vance und Verteidigungsminister Pete Hegseth über die konkrete Planung eines Angriffs auf die jemenitische Huthi-Miliz austauschten. Goldberg machte den Vorfall am Montag in einem Artikel öffentlich.
Auch das Weiße Haus reagiert mit Beschwichtigungen. Es seien weder geheime Informationen geteilt noch „Kriegspläne“ besprochen worden, schrieb Sprecherin Karoline Leavitt auf der Plattform X. Den Chefredakteur des Magazins „The Atlantic“, Jeffrey Goldberg, beschuldigte sie, für „sensationslüsterne Äußerungen“ bekannt zu sein.
Leavitt zufolge hätten hochrangige Regierungsmitarbeiter klare Leitlinien erhalten, wie sie auf verschiedenen Plattformen möglichst sicher und effizient kommunizieren können. Die Regierung prüfe derzeit, wie Goldbergs Telefonnummer versehentlich dem Gruppenchat hinzugefügt worden sei.
Zuvor hatte ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Brian Hughes, bestätigt, dass der Chatverlauf, über den Goldberg berichtet hatte, höchstwahrscheinlich authentisch sei und eine interne Prüfung angekündigt.
Leavitt bemühte sich nun um eine politische Umdeutung des Vorfalls: Der Schlag gegen die Huthi-Miliz im Jemen sei dank der „starken und entschlossenen Führung“ von US-Präsident Donald Trump „erfolgreich und effektiv“ gewesen, erklärte sie. Entscheidend sei, dass „Terroristen getötet“ worden seien. Nach Angaben der Huthi wurden bei den US-Luftangriffen Mitte März mindestens 53 Menschen getötet. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Sicherheits- und Rechtsexperten werten den Vorfall als hochbrisant. Die Rede ist von einem „fahrlässigen“ und „entsetzlichen“ Umgang mit sicherheitsrelevanten Informationen. Dafür gelten in den USA eigentlich strikte Vorschriften. Das gilt umso mehr für konkrete Pläne zu Militäreinsätzen im Ausland. Die Nutzung der App Signal ist laut „Atlantic“ innerhalb der Regierung grundsätzlich nicht für den Austausch vertraulicher oder klassifizierter Inhalte zugelassen.
Geheimdienstausschuss zitiert Chefs zu sich
Der Vorfall beschäftigt daher auch den US-Kongress. FBI-Chef Kash Patel, CIA-Direktor John Ratcliffe und Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard sollten am Dienstag im Geheimdienstausschuss des Senats zu Bedrohungen für die USA Auskunft geben und drängende Fragen zu der Sicherheitslücke beantworten. Am Mittwoch sollten sie dann im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses Rede und Antwort stehen.