Friday, May 27, 2022
Zverev kämpft sich weiter – Kerber raus und verärgert
WELT
Zverev kämpft sich weiter – Kerber raus und verärgert
Vor 45 Min.
Alexander Zverev ist bei den French Open nur noch einen Sieg von einem möglichen Viertelfinal-Knaller gegen Tennis-Wunderkind Carlos Alcaraz entfernt. Zwei Tage nach seinem Fünfsatz-Krimi gegen den Argentinier Sebastian Baez gewann der Tennis-Olympiasieger am Freitagabend in Paris gegen den Amerikaner Brandon Nakashima mit 7:6 (7:2), 6:3, 7:6 (7:5) und zog damit ohne zu glänzen ins Achtelfinale der French Open ein. Zverev (25) verwandelte nach 2:48 Stunden seinen ersten Matchball. Er bekommt es nun mit dem spanischen Qualifikanten Bernabe Zapata Miralles zu tun.
„Ich denke, ich habe mein Level heute im Vergleich zum Spiel davor deutlich angehoben“, sagte Zverev nach seinem unspektakulären Erfolg. „Ich bin sehr zufrieden, hier im Achtelfinale zu stehen.“
Zverev wurde gegen den 20 Jahre alte Amerikaner kaum gefordert und konnte Kräfte für die weiteren Aufgaben sparen. Allerdings wird sich der Weltranglisten-Dritte weiter steigern müssen, sollte es im Viertelfinale tatsächlich zum Duell mit Alcaraz kommen. Vor allem im ersten Satz agierte Zverev lange Zeit zu passiv und brachte sich so immer wieder selbst in Schwierigkeiten. Erst im Tiebreak zog der gebürtige Hamburger das Tempo etwas an und holte sich nach 55 Minuten den ersten Durchgang.
Nach einem schnellen Break im zweiten Satz lief auch im dritten Abschnitt zunächst alles nach Plan für Zverev. Nach einem Break zum 3:2 schien die Partie auf dem Court Suzanne Lenglen gelaufen. Doch dann wurde Zverev wieder unkonzentriert und gab prompt selbst sein Service ab. Nakashima witterte nun etwas Morgenluft, die Zuschauer hofften auf eine Verlängerung der Partie. Doch im Tiebreak behielt Zverev die Nerven und ersparte sich einen vierten Satz.
Bittere Niederlage, aber das Publikum feiert Kerber
Vorbei sind die French Open dagegen für Angelique Kerber. Die deutsche Nummer eins unterlag Alexandra Sasnowitsch aus Belarus mit 4:6, 6:7 (5:7).
Als sich Kerber gegen die Niederlage bei den French Open stemmte, hallten laute „Angie, Angie“-Rufe von den Zuschauerrängen zu ihr auf den Court. Es half, aber es reichte am Ende nicht. Nach 1:29 Stunden verwandelte Sasnowitsch, gegen die Kerber in der vergangenen Woche in Straßburg noch in drei Sätzen gewonnen hatte, ihren zweiten Matchball.
Damit bleiben die French Open das einzige Grand-Slam-Turnier, das Kerber in ihrer Karriere bislang nicht gewinnen konnte. Der Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros geht nun bei den Frauen ohne deutsche Beteiligung weiter.
Kerber erwischte im drittgrößten Stadion der Anlage einen ganz guten Start. Die deutsche Nummer eins nahm ihrer Gegnerin direkt den Aufschlag ab. Allerdings musste Kerber danach sofort selbst ihr Service abgeben. Insgesamt wirkte die Kielerin nicht so frisch, kam häufig einen Schritt zu spät und leistete sich viele leichte Fehler.
Kampf um jeden Punkt
Die Turniertage in Straßburg, wo Kerber in der vergangenen Woche ihren ersten Titel in diesem Jahr gewonnen und ihre sportliche Durststrecke beendet hatte, hatten deutliche Spuren hinterlassen. Sasnowitsch, selbst nicht in Topverfassung, nutzte das und diktierte mit ihrer aggressiveren Spielweise das Geschehen. Nach 36 Minuten holte sich die Belarussin den ersten Satz.