Thursday, February 13, 2025

Putin wird diesen Krieg gewonnen haben“, sagt ein Militärexperte nach Trumps Vorstoß

WELT „Putin wird diesen Krieg gewonnen haben“, sagt ein Militärexperte nach Trumps Vorstoß 4 Std. • 3 Minuten Lesezeit Das Telefonat zwischen US-Präsident Trump und Kremlchef Putin hat Europa alarmiert. Außenministerin Baerbock pocht auf eine Beteiligung der Europäer bei Ukraine-Verhandlungen. Militärexperte Carlo Masala sieht ein „apokalyptisches Szenario“. Die Reaktionen im Überblick. „Putin wird diesen Krieg gewonnen haben“, sagt ein Militärexperte nach Trumps Vorstoß US-Präsident Donald Trump hat mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Verhandlungen zum Ende des Ukraine-Krieges sollen „unverzüglich“ beginnen, sagte Trump. Politiker in Europa und Experten sind alarmiert. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) pocht darauf, dass die Ukraine und Europa an Gesprächen über einen Frieden in der Ukraine beteiligt werden. „Es darf keine Gespräche über die Köpfe der Ukraine hinweg geben. Es geht um den europäischen Frieden. Deswegen müssen wir Europäer daran beteiligt werden“, sagte sie in einem Deutschlandfunk-Interview. Die Ukraine brauche zudem starke Sicherheitsgarantien. Baerbock gab zu, dass Europa die USA dabei nicht ersetzen könne. SPD-Co-Chef Lars Klingbeil bezeichnete die Absprache von Trump mit dem russischen Staatschef Putin zur Ukraine als „faulen Deal“. „Es ist gut, dass Präsident Trump das Gespräch mit Putin führt und nach einer diplomatischen Lösung für den Krieg gegen die Ukraine sucht“, sagte Klingbeil der Nachrichtenagentur Reuters. „Aber das, was Trump vorzuschweben scheint, wäre ein fauler Deal. Eine Lösung über die Köpfe der Ukraine und Europas hinweg ist keine Lösung.“ Die Probleme würden nur in die Zukunft verlagert und verschärften die Sicherheitslage auch für Deutschland und Europa. Es brauche jetzt ein schnelles und entschiedenes Signal und auch ein Angebot an die USA. „Und die klare Forderung: Europa gehört mit an den Verhandlungstisch. Die Stunde Europas muss jetzt schlagen“, forderte Klingbeil. Das Ziel müsse eine Zukunft der Ukraine als souveräner Staat sein, der eine klare Perspektive für eine stabile Sicherheitsordnung in Europa habe, in der es keine erneute Eskalation gebe. Für Carlo Masala, Professor für internationale Politik an der Uni der Bundeswehr München, ist das Telefonat ein „apokalyptisches Szenario“. Im „Bild“-Podcast mit Paul Ronzheimer kritisierte er die Verhandlungen über die Köpfe der Ukrainer und der Europäer hinweg. „Die Europäer werden keinen Platz am Verhandlungstisch haben. Sie werden das Ergebnis akzeptieren müssen. Und es sieht leider Gottes so aus, dass dies auch für die Ukraine gilt.“ Weiterhin glaubt Masala, dass der russische Machthaber die bisher besetzten Gebiete behalten will. Wegen der Ankündigung von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, dass Europa sich künftig allein um die Sicherheit der Ukraine kümmern müsse, ist Masala überzeugt: „Putin wird diesen Krieg gewonnen haben. Er hat erreicht, dass die Amerikaner sich aus diesem Konflikt zurückziehen.“ Das sei das Beste, was ihm hätte passieren können. „Putin wird in die Hände klatschen.“ Europäische Sicherheitstruppen würden ihn nicht davon abhalten, in ein paar Jahren einen erneuten Angriff auf den Rest der Ukraine durchzuführen. Hegseth hatte betont, dass die USA selbst keine Soldaten in die Ukraine zur Absicherung schicken würden. Nato-Generalsekretär Mark Rutte betont, dass die Ukraine in alle Gespräche zur Beendigung des russischen Angriffskriegs einbezogen werden sollten. Zudem müsse eine Vereinbarung für einen Frieden dauerhaft sein, sagte er vor Beratungen der Nato-Verteidigungsminister in Brüssel. „Es ist entscheidend, dass das Ergebnis dieser Gespräche nachhaltig und dauerhaft ist.“ Zudem sei es wichtig, „dass die Ukraine eng in alles eingebunden wird, was die Ukraine betrifft“. Der Vize-Chef des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, bezeichnete die Aufnahme von Verhandlungen als Zeichen der Unbesiegbarkeit Russlands. Das Gespräch zwischen Trump und Putin zeige, dass westliche Hoffnungen, Russland zu besiegen, niemals erreicht werden könnten. „Es gibt kein und kann kein oberstes Land und keinen obersten Herrscher des Planeten geben“, sagt Medwedew. „Diese Lektion sollten die arroganten amerikanischen Eliten lernen.“ Der enge Putin-Vertraute und Ex-Präsident fügt hinzu: „Es ist unmöglich, uns in die Knie zu zwingen. Und je eher unsere Gegner das erkennen, desto besser.“