Wednesday, April 16, 2025
Trump-Zustimmung im Sinkflug – US-Präsident fehlt der Wirtschafts-Sündenbock
Astrid Lund - Betty MacDonald fan club organizer: "Schickt Donald Trump endlich dorthin wo er hin gehört! Auf dem Golfplatz kann er keinen Schaden mehr anrichten."---------------------------------------
Frankfurter Rundschau
Trump-Zustimmung im Sinkflug – US-Präsident fehlt der Wirtschafts-Sündenbock
Tadhg Nagel • 2 Std. •
3 Minuten Lesezeit
Wirtschaftliche Stimmung kippt
Die Umfragewerte sprechen gegen Trump. Wähler nehmen ihn zunehmend selbst in die Pflicht – ein Wendepunkt im wirtschaftlichen Narrativ?
Washington, D.C. – Die Wirtschaft hatte im Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump einen hohen Stellenwert – allem voran sein Versprechen, die Inflation zu senken, mit der die US-Amerikaner seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie konfrontiert sind. Für die schlechte wirtschaftliche Lage macht der POTUS gerne seinen Vorgänger Joe Biden verantwortlich. Bei der Bevölkerung fand das lange Zeit Anklang. Doch aktuelle Umfragen zeigen, dass die Rechnung immer weniger aufgeht.
Eine Befragung von CBS News hat ergeben, dass die US-Amerikaner Trumps Umgang mit der Wirtschaft zunehmend kritischer sehen. Auf die Frage, wessen Politik mehr für den Zustand der Wirtschaft verantwortlich ist, gaben 54 Prozent an, dass sie Trumps Politik eher die Schuld geben. Nur 21 Prozent gaben an, dass sie Bidens Politik für ursächlich halten. Dies steht im Vergleich zu einer Umfrage derselben Zeitung im März. Bei dieser hatten noch 38 Prozent der Befragten angegeben, Biden für die Inflation verantwortlich zu machen, während nur 34 Prozent die Schuld bei Trump suchten.
Trump verliert Rückhalt bei Wirtschaftsthemen: Neue Umfragen zeigen deutliches Meinungstief
Eine neue Umfrage von The Economist zeichnet ein ähnliches Bild. Ihr zufolge machen inzwischen 50 Prozent der Befragten Trump für die Wirtschaftslage verantwortlich, verglichen mit 32 Prozent, die Biden dafür verantwortlich machen. Sechs Prozent sagten, dass sie weder Trump noch Biden dafür verantwortlich machen, während 13 Prozent unsicher waren. Dies stellt eine leichte Verschiebung gegenüber zwei Umfragen aus dem Vormonat dar. Ende März hatten noch 48 Prozent Trump und 32 Prozent Biden die Schuld gegeben. Anfang März hatten 44 Prozent Trump und 34 Prozent Biden die Schuld zugesprochen.
Der Datenanalyst Harry Enten, der für CNN schreibt, bezweifelt, dass die Strategie des US-Präsidenten noch funktioniert. „Natürlich war Joe Biden der letzte Präsident. Donald Trump ist der aktuelle Präsident. Donald Trump möchte sagen: ‚Gebt nicht mir die Schuld, wenn ihr mit dem Zustand der Wirtschaft unzufrieden seid, gebt dem anderen die Schuld.‘ Ich glaube nicht, dass die Amerikaner ihm das abkaufen, zumindest nicht mehr zu diesem Zeitpunkt“, so seine Einschätzung.
US-Bürger geben Trump die Schuld: Zustimmung zum Wirtschaftskurs bricht in Umfragen ein
Immer wieder hat Trump behauptet, er habe von seinem Vorgänger eine schreckliche Wirtschaft übernommen. Tatsächlich war die US-Wirtschaft jedoch nach wirtschaftlichen Standardmaßstäben in hervorragender Verfassung, als Biden die Schlüssel zum Weißen Haus übergab. Das geht aus einer Analyse des britischen Guardian hervor. Als Biden sein Amt niederlegte, habe die Arbeitslosenquote bei niedrigen 4,1 Prozent gelegen. Zudem sei die durchschnittliche Arbeitslosenquote während Bidens vierjähriger Amtszeit niedriger gewesen als bei jedem anderen Präsidenten seit den 1960er Jahren.
Auch in Sachen Inflation habe sich Trumps Vorgänger nicht so schlecht geschlagen, wie oft behauptet. Die Inflationsrate habe zum Zeitpunkt des Ausscheidens von Biden aus dem Amt nur noch 2,9 Prozent betragen – mehr als zwei Drittel unter ihrem Höchststand und nahe am Inflationsziel der US-Notenbank.
Die Zahlen sprechen gegen Trump: Biden-Wirtschaft schneidet in Vergleichen besser ab als behauptet
Das BIP-Wachstum der Nation sei ebenfalls beeindruckend gewesen. Am Ende von Bidens Amtszeit sei das Bruttoinlandsprodukt um solide 3,1 Prozent gestiegen. Und seit dem Ende der Pandemie habe das Wirtschaftswachstum in den USA deutlich stärker angezogen als in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und anderen G7-Staaten.
Die Wirtschaftsbilanz von US-Präsident Donald Trump gerät zusehends in Verruf.
Außerdem sage Trump oft, dass das Beschäftigungswachstum unter Biden mangelhaft gewesen sei, auch das sei falsch. Während seiner Präsidentschaft seien 16,6 Millionen Arbeitsplätze geschaffen worden – mehr als während der gesamten vierjährigen Amtszeit eines jeden früheren US-Präsidenten. Während Trumps erster Amtszeit habe die Nation hingegen 2,7 Millionen Arbeitsplätze verloren. Er sei damit der erste Präsident seit Herbert Hoover, unter dem die USA einen Nettoverlust an Arbeitsplätzen hinnehmen musste. Zwar habe das zum Großteil an der Corona-Pandemie gelegen. Doch selbst in den ersten drei Jahren von Trumps Amtszeit sei das Beschäftigungswachstum nur halb so schnell vonstattengegangen wie unter Biden. (tpn)