Friday, November 4, 2022

Insider - Italienische Regierung plant höhere Schuldenaufnahme 2022 und 2023

Reuters Insider - Italienische Regierung plant höhere Schuldenaufnahme 2022 und 2023 By Giuseppe Fonte and Gavin Jones - Vor 4 Std. Rom, 04. Nov (Reuters) - Die neue italienische Regierung will nach Angaben von Insidern die geplante Staatsverschuldung für das laufende und das kommende Jahr erhöhen. Mit den zusätzlichen Krediten sollten unter anderem Wirtschaftshilfen finanziert werden, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach soll das Defizit im laufenden Jahr von 5,1 Prozent auf 5,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Für das kommende Jahr sei eine Steigerung von 3,4 Prozent auf 4,5 Prozent vorgesehen. In Europa wird die italienische Haushaltspolitik aufmerksam beobachtet. Kritiker warnen, ausufernde Schulden könnten zu einer neuen Euro-Krise führen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni will den Nachtragshaushalt noch am Freitag im Kabinett beschließen. Die Chefin einer rechtsgerichteten Koalition hatte bereits früher Maßnahmen zur Entlastung von hohen Energiekosten angekündigt. Meloni kann sich auf besser als erwartet entwickelte staatliche Finanzen stützen, da Einnahmen aus Mehrwert- und Verbrauchssteuern durch Inflation und Energiepreise angekurbelt wurden. Zudem verringert der Kaufkraftverlust die im europäischen Vergleich enorme Staatsverschuldung Italiens. Meloni will bei der Kreditaufnahme offenbar vermeiden, durch eine drastische Erhöhung des Defizits eine negative Marktreaktion auszulösen. Die Regierungschefin hat bereits angekündigt, einige teure Wahlversprechen wie höhere Renten und drastische Steuersenkungen zurückzunehmen.